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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Lüftelbe rg.

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52. St. Luflhitdis.

Lufthildc war schön, Lufthildc war rein,

Lufthildc das Mädchen vom Berge:

Auch floß ihr der Faden so gleich und feinAls hülfen ihr heimlich die Zwerge.

Und was sie erspinnen mocht und crwcbenDas freute sie, Wittwen und Waisen zu geben.

Da kam der Karl, der Kaiser, vom Schloß,

Das Wild um den Tomberg zu birschcn.

Und als er vom Ross nach dem flüchtigen schoß,

Ihn traf das Gehörne deS Hirschen.

Da begann ihm das Blut, das thcure, zu qnillen:Das mochten ihm alle die Aerzte nicht stillen.

Die Jäger weinten, sic sahen mit LeidDen frommen Kaiser verbluten:

„Lufthilden beruft, Lufthilde die MaidUnd danket das Leben der Guten.

Nie sind wir trostlos von ihr geschieden:

Schon ihr Blick, ihr Wort giebt himmlischen Frieden."

Dem glaubte der Kaiser, ihm zugeführtLufthildcn sah man zur Stunde.

Und wie mit der Spindel die Magd ihn berührt,Gleich schließt sich vernarbend die Wunde.

Der Kaiser sprach: „Wie soll ich dir lohnenDen Zauber? er muß in der Spindel dir wohnen.

„Sie rühmen, daß du der Armut giebstWas die segnende Spindel gewonnen.

So ist dir wohl oft, die Wohlthun liebst,

Zu früh die Habe zerronnen.

Drum will ich zu steuern dir nicht vergehen:

Die Spindel soll dir die Gabe bemeßen: