Köln.
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Auch ließ als Pfand der Treue er ihr den goldnen Ring,
Den sie in hcilger Weihe als Braut dereinst empfieng.
Den nahm von ihm die Gute hinunter in das Grab.
Er sprach in trübem Muthc: „Sank ich auch bald hinab!"
Da lag in kühlem Grunde geziert so schön und reich,
Zur mitternächtgcn Stunde Frau Richmod starr und bleich,
Und stäts ihr noch in Träumen drei schöne Röslein blühn,
Etats wie aus Himmelsräumcn sieht sie drei Englein zicbn.
Doch sie den Röslein saget: „Ihr blühet nicht für mich!"
Doch sie den Englein klaget: „Ihr zieht nicht her für mich!
Denn seht, ich muß hier weilen in tiefer dunkler Nacht,
Bis sich die Wolken thcilen und neu der Morgen tagt.
„Schwebt auf, ihr süßen Düfte, zu Gottes Mutter hin!
Schwebt auf in hohe Lüfte, ihr schönen Seraphin!
Maria, keine Rose, kein Englein sende mir,
Mir wird wohl nur zum Loose ein Todtenköpflcin hier." —
Und als sic so noch denket, vom Schlummer sic erwachtUnd fühlt sich nun versenket in tiefe Grabcsnacht:
„Maria, wird gerochen mein Kleinmut!) allsosehr,"
Sprach sic, „so nimm" — ein Pochen hört sie rings um sich her,
Das Grab, der Sarg sich lüften — „so nimm doch nun mich auf!"Sprachs; von den Todtengrüften eilt was in schnellem Lauf.
Der Todtengräber fliehet, und läßt den reichen Schatz,
Um den er sich bemühet, angstvoll au seinem Platz ;
Verläßt auch die Laterne zusammt und sein Geräth, '
In großer Furcht schon gerne, wie cs da liegt und steht.
Frau Richmod sich erhebet, sieht nach dem Grab sich um,
Hört fern den Mann noch, bebet und dankt Gott still und stumm.
Und mit dem Lämpchen schleichet sie von dem Kirchhof fort,
In Graus und Frost erreichet sie ihres Hauses Pfort.
Sie pocht, so wie Gespenster, mit matten Händen an,
Vis endlich wird ein Fenster behutsam aufgcthan.