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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Köln. 61

„Doch das Geschenk befremdet uns sehr, das ihr uns macht,

Hier werden sohche Gaben gar selten dargebracht:

Was hat euch nur bewogen?" Er sprach: „Ihr wüstets gern,

Doch das ist mein Gcheimniss, darauf verzichtet ihr Herrn.

„Noch Hab ich einen Scrupel, den löst ihr mir vielleicht:

Seht, diese Bruchsteine sind von Gewicht nicht leicht.

Ihr dienet den Aposteln und wißt, wie stark sie sind:

Hebt Einer solchen Stein wohl, wenn er es ernstlich beginnt?" —

„Das ist den Gottesboten," sprach Jener, „Kinderspiel;

Die ganze Kirchen heben, der Hcilgen giebt es viel.

Die tragen sie mit Thürmen und Zinnen auf der HandUnd werden nimmer müde, das ist hier allen bekannt."

Da sprachen auch die Knönche: „So ist es, sicherlich."

„Der Auskunft," sprach der Kaufherr, „von Herzen freu ich mich.Verbaut nur bald die Steine, zum Lohn begehr ich nichts:

Mir lohnen die Aposteln am Tag des jüngsten Gerichts."

K. S.

21. Nichmuth von der Aducht.

Die alte Stadt von Köllen ist aller Welt bekannt,

Sie wird an vielen Stellen die heilige genannt.

Das Blut im Glaubensstreite hier manchem Held entrann,

Bis er nach seinem Leide die Martcrkron gewann.

In grauen Zeiten lebte ein Mann da schlecht und recht,

Hochhin ins Alter strebte sein adelig Geschlecht.

Sein Haus und Thürmlein lagen am Neumarkt, wohl bekannt,

Wo hoch die Zinnen ragen, Apostelnstift genannt.

Vom Stamm der Aducht führte Herr Mengis Schild und Nam,Sein Haus Richmodis zierte, die er zum Weibe nahm.

Sie lebten treu und friedlich mit Gott und mit der Stadt,

Und schafften unermüdlich den Armen Rath und That.