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Köln.
20. Jost vom Bühl.
„Wenn Gott mit den Aposteln einst zu Gerichte sitztUnd in der Angststunde die Seele Trübsal schwitzt,
Wenn meiner Sünden Schale dann tief und tiefer schwebt,
Was werf ich in die andre, daß jene wieder sich hebt?"
So dacht in Köln ein Kaufherr mit Namen Jost vom Bühl,Der sorgenvoll sich wälzte bei Nacht auf seidnem Pfühl.
„Die Sünden", schloß er endlich, „sind schwer, die ich begieng;Doch großer Ankersteine Gewicht ist auch nicht gering."
Da gieng er hin und kaufte ein Schiff am andern Tag,
Das mit den grösten Quadern gefüllt im Hafen lag.
Die Steine waren mächtig, wie man in Bell sie brichtOder Niedermendig, sie fielen schwer ins Gewicht.
Die wurden gleich auf Karren gekrahnt, und mancher GaulDavor gespannt — die zogen ihm aber allzufaul.
Er ließ noch Vorspann nehmen: da gicngs vom Fleck zuletzt.„Wohin denn nun? wo werden die Blöcke niedergesetzt?"
„Vor St. Aposteln Kirche," rief er den Schürgern zu,
„Da ladet ab und wendet hierher zurück im Nu:
Ihr müßt noch öfter fahren, sonst leert ihr nicht das Schiff."So thaten denn die Kärrner, sie tanzten gern, wie er pfiff.
Da lagen nun die Blöcke vor St. Aposteln - Stift:
Die Knönche stehn verwundert, der Dechant aber trifftDen Kaufmann auf dem Platze, -der just die Kärrner lohnt.„Was soll uns," frug er diesen, „ein Geschenk so ungewohnt?"
Er sprach: „Ihr bauet wieder einmal, das bleibt nicht aus,Dann braucht ihr solche Steine zum Fundament des Baus." —„Wir bauen bald," sprach Jener, „hier seht ihr schon den Riß,Da kommen solche Quadern uns sehr gelegen gewiss ;