Düsseldorf.
3 «
„Hält ich nun mitgeschlafen! so wär ich jung wie ihr.
Doch tröstet mich der Knabe, der mit dem Heimchen hier:
Zu Brunhilds Küche hüpft' er ihm nach vor manchem Jahr;Er soll mir Heimchen heißen, der Springinsfeld, immerdar."
Nicht länger hieß ich Studas; mir war es anfangs leid;
Doch aus dem Heimchen wurde ein Heime mit der Zeit:
Da ließ ich mirs gefallen, der Name sagt' mir zu.
Hab ich dir nun bewiesen, daß ich älter bin als du?" —
K. S.
10. Meister Gruppello.
Zu Düsseldorf am Rheine lebtEin Bildner hoher Meisterkunst;
Sein Werk und eigne Weise hebtIhn bald in seines Fürsten Gunst.
Und auf der Stände hoch GeheißGießt er das Reiterbild in ErzDes edlen Fürsten, dem so heißUnd voller Ehrfurcht schlägt sein Herz.
Da steht das Bild nun aufgericht'tAuf schöngeviertcm Marktes Plan,
Und Kurfürst Johann Wilhelm sprichtAus allen Zügen freundlich an.
Umgeben von der HöflingsscharSteht vor dem Bild der Fürst und staunt,Und reicht die Hand dem Künstler dar,Preist ihn und dankt ihm wohlgelaunt.
Doch das verdrießt die Schranzen all;Dem neuen Günstling, schlicht und keck,Bereiten emsig sie den FallUnd treffen auf den zarten Fleck.