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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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andere Kleider und neue Grabsteine an der Schloßkapelle aufge-richtet. Von Zeit zu Zeit begegneten uns drei Klosterfrauen ausLilienthal mit Lilien in den Händen und acht Ordensgespielenaus Hennegau mit ihren Pflichthühnern. Oft kündete uns derSchrei eines Alektrho, einer Gallina die Zeit. Alles wechselteum uns her, nur Eines fanden wir bei jeder Rückkehr festbe-stehend und gesund wieder die treue, dunkellaubige Linde,unter welcher Gockel mich von den Räubern befreit und mir denRing gegeben hatte, »breitete ihre Zweige immer reicher undmütterlicher umher, gleich einer Henne, die den Frühling aus-brütet. O wie oft kamen wir vorüber und waren wie dieBienen, die um sie schwärmten, trunken von dem Honigdufte desFrühlings in ihren Blüthen, und sahen sie bald winterlichentlaubet und dann wieder blühend.

Fünfzig Mal mochten wir zur Linde gekommen sein, da warich so müd, so müd und sehnte mich wie ein Kind in meinemBettchen zu sein. Da kamen so viele arme Kinder, die bauten mireine Wiege von unzähligen Blumen, und zogen mich auS, undlegten mir ein gar wunderschön Schlafröckchen an, und wuschenmich, und beteten das Nachtgebet mit mir, und legten mich indie Blumenwiege auf die Amaranthseidendecke von Hennegau undsangen ein Schlummerlied um mich her. Meine Gespielen mitden Pflichthühnern und die drei Nönnchen mit den Lilien standenum die Wiege und ich schlief unter der Linde ein. Aber eswar seltsam, ich stand auch daneben und sah nur meinen schönenMantel in der Wiege liegen und zog mit Verena von dannen indie Runde, und als wir wieder zur Linde kamen, sahen wir einRasenhüglein darunter, und ein Steiukreuz, worauf eine Henneabgebildet, zu dessen Häupten.

Da knieten wir nieder und beteten. Und als wir weitergingen sagte ich zu Verena:Ich danke dir, lieb Vreneli fürdas arme Kind von Hennegau." Einige Male begegnete uns