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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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So weit hatte ich Alles in dem Brief an Klaret« geschrieben,als Verena mich mit den Worten unterbrach:Warum schreibstdu; hast du nicht den Ring Salomonis am Finger? Hat denndein Bräutigam dich, liebste Dirne aus Heunegau, durch einenBrief oder durch den Ring hieher gebracht? So thue du auch."Da drehte ich schnell den Ring und wünschte die drei Schwesternaus Kloster Lilienthal, und meine Ordens - Gespielinnen und Jacobvon Guise aus Hennegan zu mir, und daß sie mir alles dasNöthigste von dem Alleinigen mitbrächten. Und alsbald kamendie Schwestern mit ihren drei Lilien und die Gespielinnen mitihren Pflichthühnern zum ersten Male znr Hochzeit. Jacob vonGuise, der sie begleitet hatte, vollzog die Trauung in der Schloß- >kapelle und segnete das ganze Haus. Verena gab das HühnleinGallina zu dem Hahn Alektryo in das Raugraf Gockel'sche Galli-narium; und sie sah Nachts das Büblein ganz leuchtend, wie esihnen goldnen Weizen streute und dann verschwand.

Jacob von Guise kehrte mit den Gespielen in's Hennegan,Verena zog mit den drei Schwestern in's Kloster Lilienthal.Mein Eheherr beschloß, mit mir ein Drittheil des Jahrs inGockelsruh, ein Drittheil in Vadutz, ein Drittheil in Hennegauzu leben. Bis hieher habe ich mein Tagebuch, das die Gespie-len mir aus Hennegau mitgebracht, selbst geschrieben, das Folgende >habe ich durch den Ring Salomonis hinein gedreht. >

In der Nacht vor meiner Trauung hatte ich folgenden ^seltsamen Traum. Ich war mit Verena zu einem Erndtefest ^geladen und sollte den Kranz flechten. Es war eine mühseligeReise; wir gingen durch Wälder, Felder, Gärten, Wildniß undWüste Jahrhunderte lang und kamen doch nicht weiter, als umGockelsruh und Gelnhansen herum. Es war, als bewegten wirnur die Füße, blieben aber auf demselben Flecke. Nur die Zeitendrehten sich um uns. Unzählige Male kamen wir durch die Höfeund Gärten von Gockelsruh und sahen immer andere Gesichter,