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viele Noth auf unserem Wege; wir mußten uns durch tobendeKriegsschaaren drängen, durch Brand und Verwüstung fliehenund über viele Grabhügel steigen. — Da fanden wir Gockels-ruhe wie eine eroberte Burg. Die Wildniß hatte ihre Fahnenauf den zerstörten Mauern aufgepflanzt, der wilde Wald lagerterauschend in allen Höfen und brauste aus den Fenstern wieKriegsvolk. Da hörten wir den freudigen Ruf Alektryos, desSchloßwächters, nicht mehr, aber wohl das Wehegeschrei derTodesmahnerinnen, der Eulen, und die w!ldentbrannten Weisender Waldvögelein, über deren Brüt die Geier drohend kreisten. —O da war es gar traurig hier, und ich wendete mich im Traumezu meiner Begleiterin und sprach: „Verena! Ist das Gockels-ruhe? — Sage: Wo sind meine Kindeskindcr?" Sie führtemich aber hin zur Linde, die war größer und schöner als je, ihrBlühen duftete süßen Frieden. Das Hügelein unten war einge-sunken. Das dicht bemooste Kreuz neigte sich zur Rechten, alsziehe es das Kleinod nieder, das unter dem Hügelein ruht. —Keine Klosterfrauen, keine Ordensgespielen standen umher, aberdrei einsame Lilien und die acht Pflanzen, die meinen Jungfrauenden Namen gegeben, leisteten um das Hügelein blühend ihreLehnspflicht.
Die Bienen summten wie ein Traum um die Linde und dieBlumen, und sammelten Wachs und Honig; und dieser Traumsummte mir durch alle Glieder, und ich lag selbst unter demHügelein und sah Alles, und hatte das Haupt geneigt zur rechtenSchulter, und ich war wie eine Bienenkönigin. Sie trugen mirWachs und Honig ein und ich hatte mein Körbchen voll süßerHonigbrode und reiner Wachskerzen und war allein, allein daunten. Es kam aber ein Kind zu mir gelaufen mit einer Puppe,und sprach zu mir: „Keine Puppe, sondern nur eine schöneKunstfigur!" und ich gab ihm all meinen Hcuig, all mein Wachs.Da spielte es um das Hügelein gar lieblich, und ich richtete mich