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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
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den ganzen Tag in großen Aengsten nach ihr. Am Abend ausdem Fenster blickend sah ich sie im Schimmer der sinkenden Sonneauf der entgegengesetzten Seite der Wiese tiefroth funkeln. Ichhatte suchend einen Theil des Brautschmuckes meiner Muttergefunden, ich hatte in kindischer Tändelei das Brautkränzchenaufgesetzt und das sogenannte ParadiesgLrtchen du kennstBeides vorgesteckt; in meinen Schleier verhüllt eilte icheinsam und unbemerkt dnrch das Gartenpförtchen auf die Wiesehin zu der schimmernden Decke.

Je näher ich dem rothen Fleck kam, je mehr vergaß ich dieDecke, es war die Macht der rothen Farbe über mein Herz, diemich hinriß. Angelangt an die Stelle, flog ich auf die funkelndeDecke hin wie ein Schmetterling in die Flamme, und ich sangund hörte das Lied im Walde singen:Fcucrrothe Röselein!"Ich fühlte mich so ermüdet, ich war seit mehreren Tagen von sovielen Eindrücken heftig bewegt, ich hatte alle diese Nächte schiergar nicht geschlafen, vom frühesten Morgen war ich ganz ohneRuhe gewesen. Ich konnte der Müdigkeit nicht widerstehen; ichlag mehr auf der Decke, als ich saß. Der letzte Sonnenstrahlstreifte über das Grüne der Wiese, über die rothe Decke durchdie schimmernden Blümchen des Paradiesgärtchcns zwischen meinezuckenden Augenlieder, und sie schloffen sich hinter dem Lichtstrahlewie die Thüre deiner Zelle hinter dir, wenn du schlafen gehst.Leider entschlief ich plötzlich, den Kopf nach der linken Seitesenkend! O Klareta!- wie geschah mir! Ich werde dichbald sehen, da sollst du Alles hören. Hier nur Alles in kurzenZügen.

Der Traum ist erfüllt, die Löwen waren drei Ritter ausdem Thurgau, sie hatten die Decke von der Bleiche entwendet,um mich durch sie wie einen Vogel mit rothen Beeren zu fangen;ich ging in ihre Netze. Kaum war ich tief entschlafen, als siedie Decke wie einen Sack über mir zusammenzogen, mir denIV. 10