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Das Vergessen dieses Grundsatzes hat manchen heiligen Orden aufAbwege, den Malteserorden aber zum Falle gebracht. —
Die religiösen Orden sind nichts weiter als:
Verwirklichung des christlichen Lebens in seiner mög-lichsten Vollkommenheit zur Ehre Gottes und zumHeile der Seelen.
Das ist also ihr Zweck. Jeder andere Zweck, er sei noch sogroß, noch so heilig, muß diesem ersten Grundzweck untergeordnetsein. Was immer Großes, Glänzendes ein Orden im Leben voll-bringen mag, es wird ihm wenig fruchten, wenn er darüber denHauptzweck vernachläßigt. Die ewige Wahrheit selbst sagt: „Wasnützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, aberSchaden an seiner Seele litte."
Wie aber jedes Leben aus einem innern und einem äußern be-steht, so auch das Ordensleben. Diese beiden Leben bedingen, tra-gen und ergänzen sich gegenseitig wie Leib und Seele, so daß Einsnicht ohne das Andere, nicht ohne Auslösung des Ganzen denkbarist. Natürlich ist das innere Leben die Hauptsache, das äußerenur dessen Träger und zugleich die äußere Manifestation undVerkörperung des innern Lebens.
Die Mittel, deren sich ferner alle Orden ohne Ausnahmezur Erreichung des eben angegebenen Zweckes bedienen, müssen wie-derum zweifach sein: innere und äußere. Das erste innereMittel, das Grundprincip, die conäitio sino qua non eines jedenOrdensmannes, so wie eines jeden Ordens ist:
freiwillige Aufopferung unserer selbst an Gott;
denn wenn schon zur Erreichung äußerer Dinge mehr oder mindergroße Opfer nöthig sind, so erfordert die Erreichung des Höchstenim Leben, nämlich die Verwirklichung des christlichen Lebens in sei-ner Vollkommenheit, auch das höchste Opfer, das Opfer unsers in-ner» und äußern Menschen.
Damit nun dieses Opfer seiner selbst möglichst vollkommengebracht werden könne, ist ein zweites Mittel nöthig, und die-ses sind: