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Trümmer alles Bestehenden dahin tobt. Znr Aufklärung beiderParteien bekennen wir offen, daß, wenn wir von der Nothwendigkeitvon Reformen sprechen, wir uns damit in keiner Weise den soge-nannten Fortschrittsprincipien anschließen; wenn wir aber auf derUnwandelbarkeit des göttlichen Rechts und der damit in Verbindungstehenden Institutionen beharren, eben so wenig damit auf ein Zu-rückschreiten in die Vergangenheit hindeuten wollen.
Erklären wir uns näher. Es gibt Wandelbares im Leben undUnwandelbares. Alles Irdische, Menschliche, es sei noch soschön, noch so groß, ist dem Wechsel unterworfen, und zwarnach ewigen, höheren Naturgesetzen, wie der Mensch selbst und seineganze irdische Existenz. Dagegen ist alles Göttliche ans derErde, wie Gott selbst, ewig unabänderlich, in welcher Zeit,an welchem Orte es auch existire. Unwandelbar also ist Gott undwas aus ihm kommt; daher seine Lehre, seine Kirche und der Geistaller ihrer Institutionen. Was in einer Zeit göttliches Gesetz, wasin einer Zeit Sünde, ist es auch in der andern; Tugend bleibt Tu-gend in allen Jahrhunderten, wie auch die Wandelbarkeit des Men-schensinnes darüber urtheilt. Diese Wandelbarkeit darf nie einenEinfluß ans höhere, als menschliche Dinge, ausüben wollen, da jeneüber diesen stehen. Die Anwendung der Principien des Fort-schritts also auf das, was keiner Aendcrnng unterworfen sein kann,führt, anstatt zu einer eingebildeten Civilisation, nur zum Rückschrittund zu brutaler Barbarei, zu finsterer Unwissenheit, zum Umsturzalles Rechtes, zum trostlosesten Unglauben, zu dem eben so lächer-lichen wie gottlosen Wahnsinne, welcher Gott menschlicher Autoritätzu unterwerfen trachtet, und am Ende zur vollendeten moralischenund socialen Auflösung. Gegen diesen Fortschritt protestiren wirnatürlich. Keine Macht, weder weltliche noch geistliche kann amGesetz Gottes ein Jota ändern; und es bleibt ewig dasselbe. Sokann z. B. der Luxus, wie allgemein er eine Epoche auch beherrsche,nie den Ordensmann vom heiligen Gelübde der Armuth entbinden,eben so wenig wie einer allgemein eingerissenen Entsittlichung diemindeste Concession in Bezug auf das Gelübde der Keuschheit ein-gcräumt werden kann. Jeder Bruch eines Gelübdes bleibt eineTodsünde, er sei begangen, wo und in welcher Zeit es auch sei,welche Ansichten der frivole Weltsinn auch darüber haben mag.
Sind nun auch diese Dinge unleugbar, so wäre es doch eingroßer Jrrthum, wenn man umgekehrt das Gesetz der Unwandelbarkeit