Voltes Lohn.
Parabel aus dem siebzehnten Jahrhundert.
Ein reicher, unbarmherziger Mann hatte einen großenAckerbau, und bestellte ihn wohl, ackerte tief, düngte reichlich,säete viel und hatte einen starken Vichstand. Bei der jährlichenBerechnung der Ausgabe und des Ertrages fand er aber immerVerlust statt Gewinn, und daß der Samen nicht gecrndtet unddie Kosten verloren worden, sein Vieh mannigfach verderbte, undseine Aecker und Wiesen sich ganz entkräftet und unfruchtbarbefanden.
In seiner Nähe hatte ein armer Einsiedler nur ein kleinesFeld, nur eine magere Kuh, der er selbst das Gras an steilenFelsen'und in Sümpfen zusammen suchen mußte, weil er keineWiesen hatte; doch erndtete der arme Mann immer die Hülleund die Fülle, und konnte seinen reichen Nachbarn selbstmanchmal das Saatkorn borgen. Da fragte ihn der Reicheeinst: „Sage mir, wie soll ich meinen Ackerbau nur anstellen,Laß ich zum Ertrage komme." Und der Einsiedler antworteteihm: „„Führe einen silbernen Zaun um deine Felder und Wiesen,so wird Gott dich segnen."" Der Reiche erwiederte: „Dasstehet nicht in meinem Vermögen, und ich will nicht, wie jenerSchwabe, Nadeln aussäen, daß mir ein eiserner Zaun darauswachse." Der Einsiedler aber sprach: „„Du verstehst mich nicht;wechsle um einige Thaler Scheidemünze ein, und kommedamit morgen wieder zu mir, so will ich dich lehren, densilbernen Zaun zu pflanzen."" Dieses that der Reiche, und