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A l m o s c n.
Parabel.
Nathanael, ein deutschherziger, aufrichtiger Mann, saß unterseinem Feigenbaum, an welchem sich eine Weinrebe hinaufschlang,und mit den Feigen- und Weinblättern vereinigt dichten Schattenbreitete. Er aß von den Feigen und der Nebenfrucht, undgedachte mit Behagen der Fülle und Sicherheit, welche durch denBaum und die Reben angedeutet wurden. Freudig redete ersein Schattenzelt an: „Wie soll ich dir lohnen, milder, gastfreierFeigenbaum, für die süßen Früchte, die du mir jährlich so reichlichspendest, und was besitze ich, edler Weinstock, womit ich deineFreudengaben erwiedern könnte. Meine geringe Mühe, euch zubehacken, zu düngen, zu reinigen und zu Pflegen, vergeltet ihrmir mit überreichen Geschenken; ja, wenn ihr mir auch gar keineFrucht, wenn ihr mir nur die Frische eures vollen, duftendenSchatten vergönntet, so wäre dafür schon mehr als genug gethan,und ich bliebe euer Schuldner; die Menge eurer Wohlthatenmachen mich zu einem Undankbaren." Da erwiederte der Feigen-baum mit frommem Rauschen über Nathanael's Haupt: „„Nichtuns, sondern deinem und unserm Gott gieb Dank und Ehre fürunsre Gaben."" Da flüsterte das Rebenlaub heilig über Natha-nael's Haupt: „Nicht mir, sondern dem Anwalt Gottes sollstdu deinen wirklichen Dank erstatten, schau um dich." Nathanaelsah um sich her, da trat die Armuth vor ihn hin, und dieZweige des Feigenbaums und des Weinstockes deuteten auf sie.Und Nathanael theilte die Früchte mit ihr, ja selbst seinenMantel, und war selig und zufrieden, und sein Dach trugdoppelte Früchte; denn so Zwei sich sättigen an einem Brod inLiebe, macht der Herr es doppelt so groß.