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Diener unsers Kränzchens ein altdeutscher Rock bezahlt wordenist. Man muß sich mit Händen und Füßen wehren, sonst fälltAlles wieder auseinander. Mehrere der größten Altdeutschenhaben sich wieder die Bärte abschneiden und sich gewöhnlicheKleider machen lassen. Die Nibelungen werden gar nicht mehrviel gelesen, Gleichmatt's ritterlicher Sinn schmeckt auch nichtmehr recht, er hat seine Decorationen vom Nord- und Südpolnie so zusammen schieben können, daß auch nur ein papiernerdeutscher Turnplatz daraus geworden wäre. Diese Helden-Dichtungen fangen an die Leute wie Kunstreiter zu langweilen,wo die Pferde die Hauptrolle in ewigem kurzem Galopp spielen,die Springer immer dasselbe machen und die Laune des Bajaznicht die beste ist. Costüm, Beleuchtung mögen noch so buntsein, ein lebendiger, wirklicher Bierbranerhengst rennt alle Ritter-romane über den Haufen, wenn er wild wird. Die Wirklichkeitist ein entsetzliches Ungeheuer, und wenn wir ihr auch ein alt-deutsches Kleid mit spanischen Flicgenpflastern auf den Leiblegten, so würden wir am Ende nichts als deutsche Blasen aufmoderner Blöße sehen.
Ich sage Dir: ich verzweifle. Aller Gemeinsinn, alleVolksthümlichkcit fehlt. Die Undine ist hier noch nicht aufge-führt. Die Geistlichkeit will nicht erlauben, daß die herrlicheRolle des Pater Heilmann darin bleibe, der Schauspieler, derihn spielen soll, hat selbst Scrupel, eine Undine, die selbst sagt,sie habe keine Seele, zu copuliren. Mau will es jetzt dahinändern, daß sie doch eine Seele haben und Kühlcborn sie copu-liren soll. So geht alles-Herrliche zu Schanden. Suche mirdoch in Berlin Beiträge zu der Herausgabe unserer gothischenKirchen. Der herrliche Wehmüller, der hier dem BuchbinderKlöbel das trojanische Pferd im gothischen Geschmacke znr Weih-nachts-Ausstellung gemalt hat, wird sie in Aquatinta verviel-fältigen. Es wird ein Monument werden, das alle Deutsche