Druckschrift 
4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
454
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Aus einem geplünderten postfelleisen.

Erster Brief.

Geliebter Freund! Wäre die Natur nicht ewig groß undschön und theillos an dem elenden Treiben der Menschen, manmüßte verzweifeln; an sie allein kann man sich noch halten, wenndas Leben sich wie Schlamm um Einen legen will. Aller Sinnsür das Große, auf eine herrliche, kräftige Vorzeit deutende, gehtunter, für die Zukunft wird Nichts gethan, die Gegenwart läßtihre papiernen Häuser anstreichen. Gcmcinsinn ist nirgends; Nichtsgeht aus allgemeinem großem Willen für alle miteinander hervor.

Ich glaube, nur Wenige beten das Vaterunser, Jederdenkt an sich. Für das liebevolle Bitten um unser Brod istnirgends ein Herz mehr, das Gefühl, eine Gemeinde, eineFamilie zu sein, ist erloschen. Alles ist wie eine große nur aufNechnungstabellen zusammenhängende lieblose Masse zusammen-gegossen. Es ist, als ob man Wein, Bier, Wasser, Milch,Branntwein, Essig, Dinte und Spülicht zusammengösse, und eseine Nationalsuppe nennte, die Köche aber essen nicht mit.

Ich habe hier auf unserm altdeutschen Kränzchen eineAbhandlung über die Nothwendigkeit, die herrlichen, gothischenMonumente unserer Stadt, die Kirchen, in Kupfer stechen zulassen, vorgelesen und eine Subscription dazu eröffnet. DerKostenbetrag könnte etwa lnmpichte fünf tausend Thaler sein.Denke Dir, wie viel ich zusammenbrachte? Siebzehn baareThaler Courant, und dazu will noch Jeder ein Freiexemplarhaben. Nebrigens habe ich es doch so weit gebracht, daß dem