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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
456
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LS6

entzücken muß. Wir haben jetzt eure herrliche Petersilie hierdreimal auf der Bühne gesehen. Wie glücklich bist Du, einesolche hohe Künstlerin immer zu bewundern. Ich schicke Dirnächstens einige Theaterkritiken für die erste, die beste Zeitung.Lebe Wohl; schreibe mir doch etwas über Schutt's neuestes Trauer-spiel, und über seine Bemühungen, die Musik der Schlegcl'schenund GricS'schen Uebersetzungen aus dem Calderone in das deutscheDrama zu bringen. Einem so ungeheuren, bescheidenen Meister-muß Alles gelingen, wenn er nur den Muth nicht verliert durchMangel an Belohnung.

Schicke mir doch meinen altdeutschen Kragen wieder, den Duvoriges Jahr bei mir geborgt hast, er ist mir immer ein Andenkenaus schöner Zeit, wenn ich gleich denke Dir mit Bcrthagebrochen habe, weil ihr Kotzebue'sSchutzgeist" gefiel undderstandhafte Prinz" Langeweile machte. Sie geht herum wie einSchatten, aber ich kann solch elende Gesinnung nicht lieben. Siehat mich schrecklich getäuscht.

Dein unglücklicher Völkli.

Zweiter Brief.

Ersuche Ew. Hochwohlgeboren, mir zwei Eentner Hausrothzu billigstem Preise mit dem Dampfschiffe zu senden; ich habeden Auftrag erhalten vom Herrn Prediger Stuhlbaum, der altenMarcuSkirche inwendig eine muntere Farbe zu geben. DieReligiosität erwachet allgemein, und da der Herr Doctor Sarpiusan der Schwindsucht verstorben, will sein Nachfolger, HerrStuhlbaum, der Kirche etwas Einladendes verleihen, damit dasGebäude, mehr mit Menschen gefüllt, nach akustischen Grund-sätzen seine Brust nicht so sehr angreift.