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Daß Sie mir als einem Dichter so übervertraulich insGesicht greifen, nachdem Sie mir allerlei in meine Seele hineindekretirt haben, woran ich nie gedacht, muß ich mir um soleichter von Ihnen gefallen lassen, als dies ein Handwerksgebrauchbei Ihnen ist, ohne dessen Beobachtung Sie von jeder Comö-dianten-Herberge herunter geworfen werden würden; aber wennich es vertrage, daß Sie so Theater-Directormäßig mit mirumgehen, so dürfen Sie mir auch nicht verdenken, wenn ich Sieeinmal etwas auf meine Art behandle. Diese Wechselwirthschafthält uns vielleicht allein zusammen. So mögen Sie denn hiernochmals alles schriftlich hören, was ich Ihnen neulich bei IhrerMagenessenz ins Gewissen gesagt. Ich halte von dem Theater,wie es jetzt ist und eine schlechte Bühne es der andern ohne alleOriginalität nachtreibt, weniger als nichts. Ich bin der eisernenUeberzeugung, Ihr spielt Comödie mit Allem, womit man sienicht spielen kann, und Alles, was dazu nöthig ist, habt Ihrnicht und wollt Ihr nicht. O, wäre ich ein Fürst, ich wollteEuch zeigen wie die Sache allein anzugreifen ist! Ich kann mireinen Staat denken, dessen ganze Nevenne in der Theatereinnahmebestände, und der Eintritt sollte doch billiger als jetzt, oder ganznach Belieben sein. Da wären wir alle Standespersonen, sagenSie, und lachen und nennen meine Worte Unsinn, weil Sie Ihreeigne Aufgabe nicht, vielweniger die Meinige verstehen. Ichwundere mich gar nicht darüber, wie kann der Bandwurm, derin den Eingeweiden eines Menschen lebt und vermöge der Krank-heit über ihn herrscht, ihn treibt, ängstigt, ihn rasen, phantasirenund convulsioniren macht, einen Begriff von dem Menschen, alsdem Ebenbilde Gottes und also auch von dessen Ebenmacht imMenschen haben, das heißt, was kann ein moderner Theater-director von der Macht einer Kunst verstehen, welche das concen-trirteste Leben, das Gedicht, durch dessen Schöpfer selbst, denMenschen, dem Menschen einzuspiegeln berufen ist.