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O trauert nicht um seinen frühen Tod?
Er lebte nicht, er war ein Morgenroth,
Das in der Zeiten trauriger VerwirrungZu früh uns guter Tage Hoffnung bot;
Wer dieser Blüthe Früchte konnte ahnen,
Den mußte, tief bewußt der eigenen Verirrung,
Die eigne Armuth tief beschämend mahnen;
So mußt auch ich, wenn ich sein Werk durchdachte,Das wie ein Gottentzücktcr selig lachte,
Zu mir, bewegt in ernster Demuth sagen:
Wie sollen die Vollendung wir ertragen?
Und auf dem Babylon rings sah ich ragen,
Die Kreuze frech, den Helden dran zu schlagen.
O trauert nicht um seinen frühen Tod!
Er lebte nicht, er war ein Abendroth,
Verspätet aus Verlornen ParadiesenLieß täuschend es in unsrer Nächte NothDie ahnungsreichen Schimmer fließen.
Und wer an seinem Grabe eine NachtIn Thränen harrt, bis daß der Tag erwacht,
Den seines Lebens Morgenstern verhieß,
Der wird, ist er ein Kind, den Morgen kaum erleben,Ist er ein frommer Mann, mit ihm, der uns verließ,Im Tode nur zum neuen Tage schweben.
Die Zeit, sie ist die Nacht, in der wir weinen,
Der Vorzeit Traum, er ist's, den wir verloren,
Der Nachwelt, wird der Tag ihr einst erscheinen,
Lebt unser Freund auf ewig — mir ist er geboren.
IV.
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