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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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Muthe wird. Treibt es ein zärtlicher Liebhaber weit, so bedauerter höchstens seiner Geliebten, die den Abcndstern schön findet, den-selben nicht schenken zu können. *) Der Astronom begnügt sich dieStraßen, Stationen und Postcurse dieser Weltkörpcr zu berechnen;allerlei Sehnsüchten, licbschaftliche Seufzer und landschaftlicheEffecte sind das Höchste, was die empfindsame Welt an den Mondknüpft. Kaum grüßen ihn die Küstenbewohner als den Begleiterder Ebbe und Fluth, und wenige des gebärenden Geschlechtes,welchen es Doctor Gall etwa nicht gesagt hat, ehren in ihmden Regenten ihres Bluts. Eine Betrachtung, die sie doch zudem schönen Troste führen könnte, daß sie dem ewigen Gesetzeder Natur, und also ihrem Schutz und ihrer Unschuld näherstehen, als der Mann, der weniger als sie dem ^rzeugniß,mehr aber dem Ereigniß unterworfen ist. Den Kindern alleinschimmern die Gestirne noch schöne Träume auf ihre Wiegenherab. So haben wir uns selbst von einem liebenswürdigenKinds versichern lassen, die Sterne seien die Lämmer des liebenGottes und der Mond ihr Hirte. Und in besserer Jugendzeittröstete uns ein frommer alter Lehrer über allerlei kindlicheGcwissensscrupel mit der Aussage: Die Milchstraße sei der Ort

*) Mylord Albe marke, Lrittischer Gesandter am Hofe Ludwigs XV.,liebte zu Paris ein an Leib und Seele gleich schönes Mädchen,Lolotte Gauch er genannt. Als er sie den Abendstern mit großerFreude über sein angenehmes Licht anstaunen sah, sprach er zuihr:Schau ihn nicht so sehnsüchtig an, denn ich vermag nichtdir ihn zu geben." Er, der es znm ersten Mal sagte, hat einschönes Wort der Liebe gesprochen. Ueber Leide Liebende undihr Verdienst lies Marmontels' Denkwürdigkeiten. ErsterBand. 1803. Sollte einem unserer Leser das Glück eben so wohlwollen, eine solche Geliebte zu besitzen, so wünschen wir, daßer ihr bei einer ähnlichen Sehnsucht nach dem Abendsternewenigstens den Hesperus zu Füßen lege.