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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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Ueber populäre geistliche Kunst.

Unter den mannigfaltigen Richtungen, welche bis jetzteingeschlagen worden, Talent und Sinn für die bildenden Künstein Süddeutschland zu beleben, scheint jedoch eine Aufgabe, undzwar die nationalste und populärste des katholischen Deutschlands,noch wenig berücksichtigt worden zu sein; eine Aufgabe, die esum so mehr verdient, als sie:

1) ein allgemeines Bedürfniß befriedigt, durch welches der

Kunstsinn in der größten Ausdehnung bei dem ganzenVolk allein erweckt und veredelt wird, und

2) dieselbe ohne irgend bedeutende Kosten einem sonst höchst

bedeutenden Industriezweige des Landes neuen geistigund zeitlich wuchernden Schwung zu geben vermag.

Es ist diese Aufgabe aber keine andere, als die Vered-lung der Formen, in welchen die Artikel des soge-nannten geistlichen Waaren Handels durch einen großenTheil von Europa und selbst in die neue Welt verbreitet werden.

Das aus Holz geschnitzte Kreuzbild, in allen Dimensionen,geht über die ganze Erde; es predigt in der Kirche, es mahntan der Landstraße; es ist der Hausaltar in der Hütte und derTrost in der Hand des Sterbenden; es ist das letzte Wort derKunst an den Menschen, der eitlem Scheine den Rückenwendend, dem Gerichte der ewigen Wahrheit entgegentritt.

Das Bild der jungfräulichen Mutter und des Jesuskindes,die schönste und höchste Aufgabe der Kunst, weil den höchstenund heiligsten Moment der Menschengeschichte darstellend, gehtaus der Hütte armer Bildschnitzer im Gebirg' in den verschie-