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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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densten Formen über die ganze Erde. Es wird in der Feld-kapelle von dem armen Hirtenmädchen geschmückt, und machtEinsamkeit znm Schutzort; es ist die Zierde in der Kammer derfrommen Jungfrau und das gefeierte Andachtsbild in der Zelleder Gottgeweihten. Wir übergehen die große Anzahl der Bildereinzelner Heiligen und die reicheren Zusammenstellungen derKreuzwege, und erwähnen nur der so rührenden Bildschnitzer-aufgaben in den Weihnachtskrippen der früheren Zeit, welche,die unschuldigste, harmloseste, schönste Freude aller Kinder undkindlichen Gemüther, später mit der Kunst znr Karikaturgeworden, von der Aufklärung verdrängt wurden.

Viele dieser Gegenstände, welche znm Theile nie aus demBedürfnisse der katholischen Welt kommen werden, gehen nochaus dem vernachlässigten Bildnertalent armer Holzschnitzer hervor,und werden mechanisch, von Einem dem Andern abgesehen, inderselben Form, ganz zur Manier geworden, zu vielen hundertDutzenden um geringes Geld verfertigt.

Selbst die unvollkommneren älteren Darstellungen dieserArt dringen dem verstehenden Blick Achtung für die Frömmig-keit, die Zucht und Einfalt der alten deutschen Kunst ab.

Die meisten Bildwerke dieser Gattung aber, die jetzt ange-fertigt werden, sind nichts als das wilde Nachwuchern desaffectirten, verdrehten, sogenannten Augsburger Stils, mitdessen ins Kraut geschossenen Productionen diese fleißige Stadt,ein geschmackloses Jahrhundert hindurch, so unzählige Kunst-bedürfnisse der reichen Kirchen und Abteien in dem Maaß über-sättigte, daß die guten Werke strengerer Vorzeit vernichtetwerden mußten, um all dem Babel Platz zu gewinnen.

Es hatten die großen Kloster- und Kirchenbauten eingroßes Geschlecht von Arbeitern jeder Gattung gebildet, die vonVater auf Kind die manierirte Kunst vererbt haben. Nirgendsaber wurzelt irgend eine Form fester, als in einsamen Hand-IV. 26