Wohl ist es eine der tröstlichsten Wahrheiten, daß Elias inder allgemeinen Noth Israels eine Hand voll Mehl und einwenig Oel bei der gläubigen, barmherzigen Wittwe fand, unddaß er, von ihr gespeist, sagte: „Du und dein Sohn sollst auchdavon essen; denn sieh, es spricht Gott, der Herr Israels,Oelkrug und Mehl sollen dir nicht ausgehen, bis der Herr dieErde erquicken wird!"
Wie oft schon hat das Centralisircn aller Hilfsquellen undArmenmittel den größten Theil der Oberfläche drückendem Mangelausgesetzt und das geraubte Gut des Einzelnen ist segenslos wieein verrückter Schatz verschwunden. Immer aber hat sich EliäVerheißung am Oelkrüglein der Wittwe bewährt, und hat ihrden kranken Sohn geheilt, und hat mit seinem Gebet die Regen-wolke über Israel segnend ausgeleert. Jenem Oelkrüglein derWittwe, die dem von Ahab verfolgten Propheten glaubt undihn ernährt, gleicht aber die vereinte geistliche Thätigkeit, ausder wir zu aller Zeit in großer geistlicher oder leiblicher Bedräng-niß Hilfe hervorkommen sahen, die nach Maßgabe des ewigerenoder zeitlicheren Werths, oder nach dem mehr oder wenigergeistigen Leben in der Liebe der ersten Anregung, vergänglichoder anhaltend war, bis Gott das Land mit Regen erquickte.Solche Thätigkeit im Verein aber ist die erste Geschichte allerso schnöde verschrienen geistlichen Orden, und namentlich auchder so segenbringenden und von Freund und Feind bewundertenInstitute der barmherzigen Schwestern und Brüder aller Gattun-gen. Welchen Segen sah Frankreich und Lothringen und eingroßer Theil der Welt nicht dem heiligen Vincentius a Paulaund seinem Orden der Mission entströmen, und während diemoderne Weisheit über die Missionäre in Frankreich, und erstneuerlich noch in Belgien, lästerte, bewundert sie die Töchter derBarmherzigkeit, welche doch aus den Missionen hervorgegangen;denn auf einer Mission nahte ein armes Hirtenmädchen dem