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und ich schrieb ruhig folgende Betrachtung in mein Tagebuch:Wie viele jener Anstalten der Barmherzigkeit und Andacht, dieJahrhunderte ihren Segen über die christliche Welt verbreitet,hat nicht die neuere Zeit in ihrem Nimmersatten Hunger ver-schlungen. Ist es aber nicht eine belehrende Erfahrung, daßein großer Theil von Europa, nachdem er jenen Reichthum anzeitlichen Gütern, den er der Kirche zum Vorwürfe machte, längstverdaut hat, doch kein wahres Gedeihen, davon empfinden will.Ja, daß selten Kräfte genug vorhanden scheinen, der herzzer-reißenden Armuth, der großen Unwissenheit an frommendemWissen, der vielfach beklagten Sittenlosigkeit der Jugend undniederen Stände abzuhelfen!
Sehen wir nicht öfters, daß trotz aller öffentlichen Unter-richts- und Armeninstitutionen, die Behörden großer Residenzenihre Mittel als unzureichend erklären, und daß die Barmherzig-keit der Einzelnen sich selbst in Vereinen sammeln muß, um beialler Anstrengung und Aufopferung doch nur die Sache leidlichvon Tag zu Tag zu fristen, ohne für die Zukunft vorbauen zukönnen. Wohin ist dann der Lsprit äs iinsorioorcko aller säcu-larisirten Abteien übergetrieben worden? Die Corda sind ver-steint und die Miseri haben alle Welt angefüllt.
Aber die Armuth glaube nur an die göttliche Barmherzig-keit. Er wird sie nicht verschmachten lassen; wenn die Quellen,Brunnen und Zisternen verschüttet oder vergiftet sind, sendet erdas Mitleid, die Thautropfen von den Blättern der Bäume zusammeln, um den Dürstenden zu erquicken. Hat er doch einstenseinem sterbenden Indianer, der herzlich nach Belehrung flehte,mitten in der waffenlosen Wildniß in der letzten Lebensstundeeinen reisenden Missionär, einen der vielgeschmähten Jesuiten,zugeführt, der ihn mit den abgestreiften Thautropfen erquickteund taufte. Dieser Bote des Glaubens meinte sich verirrt zuhaben, und war doch recht auf dem Wege seiner Sendung.
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