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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
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Börse, und so möchte Einer den Andern in den Salons über-glänzen. Ueberall hat Jeder nur sein Interesse im Sinne, wiehier auf der Straße die Nummer des Hauses, dem er zueilt.

Der Abend senkte sich mehr und mehr hernieder, aber dieRuhe des Abends kam nicht mit ihm herab, ja mit der Nachtschien erst das Leben recht zu erwachen und immer geräusch-voller zu werden. Die Unruhe, die die Straße bewegte, theiltesich auch mir mit, und meine Gedanken drängten sich wirr durch-einander gleich den Vorübcreilenden. Ich hätte gern nach denstillen Sternen hinaufgeschaut, aber die Häuser gegenüber warenso hoch, daß man den Himmel nur, wie durch die schmaleSpalte eines Gefängnisses erblickte; und die Gaslichter in denHäusern warfen ein so blendendes Licht, daß das mildere derSterne wie verschüchtert sich vor ihnen barg.

Ich schloß das Fenster und ging in dem Zimmer auf undab, aber auch hier tönte der Lärm immer noch in mein Ohr,und bei jedem vorüberrollenden Wagen zitterte der Boden. Wiekann hier der Mensch, dachte ich, bei dieser Uebermacht derAeußerlichkeit zu sich selbst kommen. Und manches, was mirfrüher ein Räthsel gewesen, schien mir nun natürlich, wenn ichbedachte, daß bei allem, was ein Pariser Geist denkt und sinnt,der Lärm der Straße zu ihm hinauftönt und seine Gedankenbeherrscht. Wie Manchem muß es daher geschehen, daß er-wähnt, er schreibe seine eignen Empfindungen nieder, währendes nichts ist, - als der Nachhall des Geschreies auf den Straßenund das Ohrengesummse dessen, was er in den Salons gehört.

Nach und nach ward ich indessen abgestumpft gegen deneintönigen Lärm, die Friedensbilder, die ich am Tage meinerPilgerschaft gesehen, tauchten in meinem Innern wieder auf, undwie eine duftende Schattenlaube umrankten mich die Erinnerungenund wurden mächtiger und mächtiger. Kein Ton der Straßedrang mehr zu meinem Ohre, der Friede theilte sich mir mit,