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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
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Sie schaute ihn staunend an, und sprach mit großem Ernst unddem Ausdrucke der Wahrheit:Es ist kein Mensch auf Erden,gegen den ich etwas hätte."

Schon in den letzten Tagen, da man ihren Tod stündlicherwartete, waren mehrmals einzelne Freunde in ihrer Vorstube,und da diese leise Worte von ihrer Geduld, ihrem Glaubenu. s. w. zu einander flüsterten, die sie unmöglich hören konnte,klang Plötzlich ihre flehende sterbende Stimme aus ihrer Kammerheraus:Ach! um Gotteswillen, sprecht kein Lob von mir, dashält mich auf, ich muß dann Alles doppelt leiden, o beklagetmich nicht, o Herr! da fallen viele neue schöne Blumen auf michnieder." Die Blumen sah sie aber immer als das Vorbild derSchmerzen. Die Abweisung des Lobes ging aus ihrer Ueber-zeugung hervor:Gott allein ist gut. Alles muß bezahlt sein,bis auf den letzten Heller, ich bin arm und voll Schuld, ich kannGott dieß Lob nicht zahlen, als mit Leiden in Vereinigung mitden Leiden Jesu Christi, lobt mich nicht, lasset mich sterben ver-schmäht mit Jesu am Kreuz." (Aehulichen Widerstand einer bereitsgehörlosen Sterbenden gegen Lob in ihrer Nähe erwähnt Boudonin dem Leben des Pater Surin. Theil 1. Kap. 2.)

Auch heute, wenige Stunden vor ihrem Ende, nach welchemsie mit den Worten:Herr, hilf doch! komme doch, Jesu!"mehrmals flehte, schien sie das Lob Anderer zu hindern, und sieermannte sich daher nochmals kräftig niit folgendem Acte derDemuth protestirend:Ich kann nicht sterben, da so viele guteLeute aus Irrthum Gutes von mir denken, saget doch Allen, daßich eine elende Sünderin bin. Ach! konnte ich doch so laut rufen,daß alle Menschen es hörten, wie ich eine elende Sünderin bin,tief unter dem frommen Mörder am Kreuze; denn dieser undAlle damals hatten nicht so viel zu verantworten, als wir, weilwir alle Gnaden der Kirche haben!"

Nach dieser Erklärung war sie sehr. beruhigt und sagte demsie tröstenden Priester:Ich bin jetzt so ruhig und habe ein