u. s. w.," und so ward ihr Flehen endlich stürmend, ja sie schienmenschlichen Ohren manchmal in erschütternder Tollkühnheit derLiebe mit Gott zu zanken und zu ringen. Ward nun ihr Opferangenommen, so entstand eine Pause ihrer Thätigkeit; sie warddem Widerwillen der menschlichen Natur gegen das Leiden hinge-geben, und hatte sie, auf den Erlöser am Oelberg blickend, diesenKampf bestanden, so begann ihr Leiden, und sie ertrug furchtbareunbeschreibliche Schmerzen aller Art mit erschütternder Geduldund Heiterkeit.
Wir sahen sie oft in solchen Leiden mehrere Tage langgleich einem sterbenden Opferlamms halb bewußtlos liegen, undso wir sie fragten, wie es mit ihr stehe, blickte sie mit gebrochenenAugen lächelnd auf und sagte: „Dieß sind so gesunde Schmer-zen!" So war eS auch dieses letzte Mal. Solche Leidenmildernd traten mit dem Advente liebliche Bilder von der Vor-bereitung Maria's zur Reise und später tägliche Bilder ihresWeges nach Bethlehem mit Joseph ein. Sie begleitete sie täglichmit lebhafter Theilnahme in ihre Herbergen, oder eilte voraus,diese zu bestellen; wobei sie alle Jahre mit großer Mühe undGeschicklichkeit Nachts ohne Licht im Schlafe viele Windeln,Wämser, Mützen und Binden für die Kinder armer Wöchnerinnen,deren Stunde nahte, aus vielen Läppchen zusammenflickte, welchesie dann Morgens hoch verwundert neben sich im Schränkchcnzierlich aufbewahrt fand. Auch dieses Jahr geschah alles dieses,nur mühseliger mit wenigeren Pausen der Erquickung. Ja selbstin der ihr sonst freudetrimkenen Gcbnrtsstunde des Erlösersschleppte sie sich Heuer im Geiste mühselig zu dem Jesukind andie Krippe, gebeugt von fremder Last, und hatte keine Geschenkeals Myrrhen, kein Opfer als ihr Kreuz, unter welchem siegleichsam sterbend zu seinen Füßen sank. Es war als schließesie ihre Rechnung zwischen Gott und dem Leben, sie gab sich zumletzten Male leidend für eine große Menge seelisch und leiblich