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wie viele Gnaden nicht gebaut, nicht geerndtet, sondern ver-schleudert, oder verkommen seien. Es wurde ihr gezeigt, daß derErlöser im Festgarten der Kirche für jedes Jahr einen vollkom-menen Fr nchtchatz seiner Verdienste niedergelegt habe, um allemBedürfniß, aller Sühnung zu genügen; es wurde ihr gezeigt,daß die versäumten, vernachlässigten und verschleuderten Gnadender ewigen Barmherzigkeit in der Zeit, und hätte auch nur derniedrigste Mensch, die vergcsseuste arme Seele durch sie erquicktwerden können, bis auf den letzten Heller ersetzt werden müssen,und daß die streitende Kirche zur Strafe für solche Untreue undVersäumniß ihrer Diener der Bedrängnis; ihrer Feinde hinge-geben, zeitlich sinke.. Bei solcher Erkenntniß wurde ihre Liebezur Kirche, ihrer Mutter, auf die herzergreifendste Weise aufge-regt; Tage und Nächte lang rang sie im Gebete für die Kirche,laut jammernd stellte sie Gott die Verdienste Jesu vor, und flehteum Erbarmen.- Endlich raffte sie allen ihren Muth zusammen,und bot sich dar, alle Schuld und Strafe auf sich zu nehmen.Wenn nun ihr liebendes Herz gleich einem treuen Kinde, dasvor dem Throne des Königes sich selbst zur Auslösung seinerstraffälligen verurtheiltcn Mutter hinbietet, sich so vordrängte,ein Unterpfand, ein Opfer für die Kirche zu werden, dann wurdeihr gesagt: „Sieh, wie elend du selbst bist, und doch willst dufür Andere genug thun?" und sie sah mit Schrecken und Demü-thigung sich selbst mit unzähligen Mängeln in einem ekelhaftenJammerbilde, das für eine unermeßliche Schuld gut sagen Wollte.
Aber das Ungestüm ihrer Liebe erhob sich noch dringenderin den Worten: „Ja, ich bin elend, verworfen und voll Sünde,aber ich bin deine Braut, o mein Herr und Heiland! und meinGlaube an dich und deine Erlösung bedeckt alle meine Schuldmit dem. königlichen Mantel deiner Genugthuung, Herr! ich lassedich nicht, du mußt mein Opfer annehmen, denn deine über-flüssigen Schätze verschließest du Keinem, der glaubend bittet