abtreten und noch 25 Ducaten dazu geben wollte, wenn ichIhnen den Rang nicht ablaufen könne. Ich reiste nach Wienund nach Ungarn, forschte nach allen Ihren Bildern und warfmich so in Ihre Manier, daß man unsere Bilder nicht mehrunterscheiden konnte. Da ich nun erfuhr, daß Sie die Reisenach Stuhlweißenburg machen würden, wo Sie noch nichtgewesen, und sich auf dem Gute des Grafen Giulowitsch vorbe-reiteten, benutzte ich die Gelegenheit, Ihnen zuvorzukommen,denn ich wußte durch einen Freund bei der Hof-Kriegs-Kanzelei,daß die dortigen Regimenter verlegt werden würden. Mit einemVerrathe von Nationalgesichtern in einer Blechbüchse, und ganzgekleidet wie Sie, machte ich mich nun als neuer Wehmüllerauf, und als ich auf der Grenze an der Mauth ein Päckchenliegen sah: „An Herrn Wehmüller, wenn er durchreist,." über-schrieben, ward es mir von den Mauthbeamten ausgeliefert.Es war dies das Bild Ihrer Gemahlin, welches sie auf ihrerReise in einem Posthause hatte liegen lassen, ich nahm es mit,um es ihr einhändigen zu lassen, habe es aber vergessen demBoten abzunehmen, der es trug, als er mich durch den Cordonbrachte; denn meine Eile war groß, und ich triumphirte schon,daß ich, indem der Cordon Sie aussperrte, Ihnen gewiß zuvor-kommen würde. Aber wie war mir zu Muth, da ich mich mitIhrer Frau, als einem zweiten Wehmüller, den ich auch nichtfür den. ächten erkannte, weil er von der Malerei gar nichtsverstand, eingesperrt sah. Bald ward ich aber von der Kühnheitund Schönheit Mitidika's, die es kein Hehl hatte, daß sie eineverkleidete Jungfer sei, so hingerissen, daß ich gern auf meineBraut und Wehmüllerschaft resignirt und Alles 'gleich eingestandenhätte, aber Ehrgeiz und. die 25 Ducaten hielten mich zurück.Ihr Erscheinen fuhr mir aber so durch alle Glieder, daß ichdie Besinnung verlor; die fatale Laterne auf dem Magen undder angedrohte Theriak haben mich gänzlich hergestellt, und nun
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