unwahrscheinlich den Pest-Cordon durchschleichen sollte, jenseitsan der Pest zu sterben. Wehmüller aber meinte: „Ein zweiterWehmüller, der zu meiner Frau reist, ist auch eine Pest, ander man sterben kann, und er wolle so wenig als die Schnee-gänse, welche schreiend über ihnen Hinstrichen, den Pest-Cordonrespectireu, er habe keine Ruhe, bis er bei seiner Toner! sei."So kamen sie bis auf die Grenze der Giulowitschschen Güter,und der Graf schenkte Wchmüllern noch eine Flasche Tokaiermit den Worten: „Wenn Sie diese ausstechen, lieber Wehmüller,werden Sie sich nicht wundern, daß man Sie doppelt gesehen,denn Sie selbst werden Alles doppelt sehen. Geben Sie unssobald als möglich Bericht von Ihrem Abenteuer, und mögeIhre Gemahlin anders sehen, als der Bauer gesehen hat. LebenSie wohl!"
Nun eilte Wehmüller, so schnell er konnte, nach dem nächstenDorf, und kaum war er in die kleine dumpfigte Schenke einge-treten, als die alte Wirthin, in Husaren-Uniform, ihm entgegen-schrie: „Ha, ha! da sind der Herr wieder zurück, ich hab esgleich gesagt, daß Sie nicht durch den Cordon würden hinüber-gelassen werden." Wehmüller sagte: „Daß er hier niemalsgewesen und daß er gleich jetzt erst versuchen wolle, durchden Cordon zu kommen." Da lachte Frau Tschermack und ihrGesinde ihm ins Angesicht, und behaupteten steif und fest: ersei vor einigen Tagen hier durchpassirt, von einem GiulowitscherBauer begleitet, dem er den Botenlohn zu zahlen vergessen; erhabe ja hier gefrühstückt und erzählt: daß er nach Stuhlweißen-burg zu seiner Frau Toner! wolle, um dort das hochlöblicheOffizier-Corps zu malen." Wehmüllcr kam durch die neue Bestä-tigung daß er doppelt in der Welt herumreise, beinahe inVerzweiflung. Er sagte der Wirthin mit kurzen Worten seineganze Lage; sie wußte nicht, was sie glauben sollte, und sahihn sehr kurios an. Es war ihr nicht allzuheimlich bei ihm.