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Die Alte, welche sich um nichts bekümmerte, sagte mürrisch:„Ist Er auch wieder da? Er hätte lieber ganz zu Hause bleibenkönnen. Hat Er die Bittschrift? Jetzt ist es zu spät. Ich habedem armen Kinde den Trost nicht geben können, daß sie zuKasper in ein ehrliches Grab soll; ach, ich hab es ihr vorge-logen, aber sie hat mir nicht geglaubt!"
Der Herzog unterbrach sie und sprach: „Ihr habt nichtgelogen, gute Mutter. Der Mensch hat sein Möglichstes gethan,der Sturz des Pferdes ist an Allem schuld. Aber sie soll einehrliches Grab haben bei ihrer Mutter und bei Kasper, der einbraver Kerl war. Es soll ihnen Beiden eine Leichenpredigt gehal-ten werden über die Worte: „Gebt Gott allein die Ehre!" DerKasper soll als Fähndrich begraben werden, seine Schwadronsoll ihm dreimal ins Grab schießen und des VerderbersGrossinger's Degen soll auf seinen Sarg gelegt werden."
Nach diesen Worten ergriff er Grossinger's Degen, dermit dem Schleier noch an der Erde lag, nahm den Schleierherunter, bedeckte Annerl damit und sprach: „Dieser unglücklicheSchleier, der ihr so gern Gnade gebracht hätte, soll ihr dieEhre wieder geben. Sie ist ehrlich und begnadigt gestorben, derSchleier soll mit ihr begraben werden."
Den Degen gab er dem Offizier der Wache mit denWorten: „Sie werden heute noch meine Befehle wegen derBestattung des Uhlanen und dieses armen Mädchens bei derParade empfangen."
Nun las er auch die letzten Worte Kasper's laut mitvieler Rührung. Die alte Großmutter umarmte mit Freuden-thränen seine Füße, als wäre sie das glücklichste Weib. Ersagte zu ihr: „Gebe Sie sich zufrieden, Sie soll eine Pensionhaben bis an Ihr seliges Ende, ich will Ihrem Enkel und derAnnerl einen Denkstein setzen lassen." Nun befahl er demPrediger, mit der Alten und einem Sarge, in welchem die