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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
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gemacht. Aber wie konnten Sie, Herr Lieutenant, den unglück-lichen Grafen Grossinger nicht vor dem Pöbel schützen? Es istein gräßlicher Fall daß er, mit dem Pferde stürzend, zu spätkam; er kann doch aber nichts dafür. Ich will die Mißhandlerdes Grafen verhaftet und bestraft wissen."

Auf diese Rede des Herzogs erhob sich ein allgemeinesGeschrei:Er ist ein Schurke, er ist der Verführer, der Mörderder schönen Annerl gewesen; er hat es selbst gesagt, der elende,der schlechte Kerl!"

Als dieß von allen Seiten her tönte und auch der Pre-diger und der Offizier und die Gerichtspersonen es bestätigten,war der Herzog so tief erschüttert, daß er nichts sagte, als:Entsetzlich, entsetzlich, o, der elende Mensch!"

Nun trat der Herzog blaß und bleich in den Kreis; erwollte die Leiche der schönen Annerl sehen. Sie lag auf demgrünen Nasen in einem schwarzen Kleide mit Weißen Schleifen.Die alte Großmutter, welche sich um Alles, was vorging, nichtbekümmerte, hatte ihr das Haupt an den Rumpf gelegt unddie schreckliche Trennung mit ihrer Schürze bedeckt. Sie warbeschäftigt, ihr die Hände über die Bibel zu falten, welche derPfarrer in dem kleinen Städtchen der kleinen Annerl geschenkthatte; das goldene Kränzlcin band sie ihr auf den Kopf undsteckte die Rose vor die Brust, welche ihr Grossinger in derNacht gegeben hatte, ohne zu wissen, wem er sie gab.

Der Herzog sprach bei diesem Anblicke:Schönes, unglück-liches Annerl! Schändlicher Verführer, du kamst zu spät!Arme alte Mutter, du bist ihr allein treu geblieben bis in denTod!" Als er mich bei diesen Worten in seiner Nähe sah,sprach er zu mir:Sie sagten mir von einem letzten Willen desKorporal Kasper, haben Sie ihn bei sich?" Da wendete ich michzu der Alten und sagte:Arme Mutter, gebt mir die BrieftascheKasper's; Seine Durchlaucht wollen seinen letzten Willen lesen."