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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
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und als ich die Worte aussprach:Euere Durchlaucht! Diesesarme Mädchen ist ein Opfer falscher Ehrsucht; ein Vornehmerhat sie verführt und ihr die Ehe versprochen. Ach, sie ist sogut, daß sie lieber sterben will, als ihn nennen" da unter-brach mich der Herzog mit Thränen in den Augen und sagte:Schweigen Sie, ums Himmels willen, schweigen Sie!" Undnun wendete er sich zu dem Fähndrich, der an der Thüre stand,und sagte mit dringender Eile:Fort, eilend zu Pferde mitdiesem Menschen hier; reiten sie das Pferd todt; nur nach dem

Gerichte hin. Heften Sie diesen Schleier an Ihren Degen,

winken und schreien Sie Gnade, Gnade! Ich komme nach."

Grossinger nahm den Schleier. Er war ganz verwandelt,er sah aus wie ein Gespenst vor Angst und Eile. Wir stürzten

in den Stall, saßen zu Pferd und ritten im Galopp; er stürmte

wie ein Wahnsinniger zum Thore hinaus. Als er den Schleieran seine Degenspitze heftete, schrie er:Herr Jesus, meineSchwester!" Ich verstand nicht, was er wollte. Er stand hochim Bügel, und wehte und schrie:Gnade, Gnade!" Wir sahenauf dem Hügel die Menge um das Gericht versammelt. MeinPferd scheute vor dem wehenden Tuch. Ich bin ein schlechterReiter, ich konnte den Grossinger nicht einholen; er flog imschnellsten Carriere: ich strengte alle Kräfte an. TraurigesSchicksal! Die Artillerie exerzirte in der Nähe; der Kanonen-donner machte es unmöglich, unser Geschrei aus der Ferne zuhören. Grossinger stürzte, das Volk stob auseinander; ich sahin den Kreis, ich sah einen Stahlblitz in der frühen Sonneach Gott, es war der Schwerdtblitz des Richters! Ichsprengte heran, ich hörte das Wehklagen der Menge.Pardon,Pardon!" schrie Grossinger und stürzte mit wehendem Schleierdurch den Kreis wie ein Rasender. Aber der Richter hielt ihmdas blutende Haupt der schönen Annerl entgegen, das ihnwehmüthig anlächelte. Da schrie er:Gott sei mir gnädig!"