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Ach, ich hatte der guten Wahrzeichen noch mehr! EinhundertSchritte weiter fand ich einen weißen Schleier auf der Straßeliegend; ich raffte ihn auf, er war voll von duftenden Rosen.Ich hielt ihn in der Hand und lief weiter, mit dem Gedanken:Ach, Gott, das ist die Gnade. Als ich um die Ecke bog, sahich einen Mann, der sich in seinem Mantel verhüllte als ichvor ihm vorüber eilte, und mir heftig den Rücken wandte, umnicht gesehen zu werden. Er hätte es nicht nöthig gehabt, ichsah und hörte nichts in meinem Innern, als: Gnade, Gnade!und stürzte durch das Gitterthor in den Schloßhof. Gott seiDank, der Fähndrich, Graf Grossingcr, der unter den blühendenKastanicubäumen vor der Wache auf und ab ging, trat mirschon entgegen.
„Lieber Graf," sagte ich mit Ungestüm, „Sie müssen michgleich zum Herzoge bringen, gleich auf der Stelle, oder Alles istzu spät, Alles ist verloren!"
Er schien verlegen über diesen Antrag und sagte: „Wasfällt Ihnen ein, zu dieser ungewohnten Stunde? Es ist nichtmöglich. Kommen Sie zur Parade, da will ich Sie vorstellen."
Mir brannte der Boden unter den Füßen. „Jetzt," riefich aus, „oder nie! Es muß sein! Es betrifft das Leben einesMenschen."
„Es kann jetzt nicht sein," erwiederte Grossinger scharfabsprechend. „Es betrifft meine Ehre; es ist mir untersagt, heuteNacht irgend eine Meldung zu thun."
Das Wort Ehre machte mich verzweifeln. Ich dachte anKasper's Ehre, an Annerl's Ehre, und sagte: „Die vermaledeiteEhre! Gerade um die letzte Hilfe zu leisten, welche so eine Ehreübrig gelassen, muß ich zum Herzoge. Sie müssen mich melden,oder ich schreie laut nach dem Herzoge."
„So Sie sich rühren," sagte Grossingcr heftig, „lasse ich