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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
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Ihr Todten, ihr Todten sollt auferstehn,

Ihr sollt vor das jüngste Gerichte gehn."

Seht, sie will keinen Pardon, man hat ihn ihr angeboten,wenn sie den Vater des Kindes nennen wolle. Aber das Annerlhat gesagt:Ich habe sein Kind ermordet und will sterben,und ihn nicht unglücklich machen; ich muß meine Strafe leiden,daß ich zu meinem Kinde komme, aber ihn kann es verderben,wenn ich ihn nenne." Darüber wurde ihr das Schwerdtzuerkannt. Gehe Er zum Herzog, und bitte Er für Kasperund Annerl um ein ehrlich Grab. Gehe Er gleich. Seh' Er;dort geht der Herr Pfarrer in's Gefängniß; ich will ihnansprechen, daß er mich mit hinein zum schönen Annerl nimmt.Wenn Er sich eilt, so kann Er uns draußen am Gerichtevielleicht den Trost noch bringen: mit dem ehrlichen Grabe fürKasper und Annerl."

Unter diesen Worten waren wir mit dem Prediger zusam-mengetroffen. Die Alte erzählte ihr Verhältniß zu der Gefangenenund er nahm sie freundlich mit zum Gefängniß. Ich aber eiltenun, wie ich noch nie gelaufen, nach dem Schloß, und esmachte mir einen tröstenden Eindruck, es war mir wie einZeichen der Hoffnung, als ich an Graf Grossinger's Hausevorüberstürzte und aus einem offenen Fenster des Gartenhauseseine liebliche Stimme zur Laute singen hörte:

Die Gnade sprach von Liebe,

Die Ehre aber wacht,

Und wünscht voll Lieb' der GnadeIn Ehren gute Nacht.

Die Gnade nimmt den Schleier,

Wenn Liebe Rosen gibt,

Die Ehre grüßt den Freier,

Weil sie die Gnade liebt."

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