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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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Eine schauerliche Ahnung ergriff mich, die Erzählung derAlten hatte mich ganz zermalmt.Um Gottes willen, Mutter!"rief ich aus,was ist es mit der armen Annerl geworden, istdenn gar nicht zu helfen?"

Es hat sie mit den Zähnen dazu gerissen," sagte dieAlte.Heut wird sie gerichtet; aber sie hat es in der Ver-zweiflung gethan, die Ehre, die Ehre lag ihr im Sinne. Siewar zu Schanden gekommen aus Ehrsucht, sie wurde verführtvon einem Vornehmen, er hat sie sitzen lassen, sie hat ihr Kinderstickt in derselben Schürze, die ich damals über den Kopf desJägers Jürge warf, und die sie mir heimlich entwendet hat.Ach, es hat sie mit Zähnen dazu gerissen, sie hat es in derVerwirrung gethan. Der Verführer hatte ihr die Ehe ver-sprochen und gesagt: Der Kasper sei in Frankreich geblieben.Dann ist sie verzweifelt und hat das Böse gethan, und hat sichselbst bei den Gerichten angegeben. Um vier Uhr wird siegerichtet. Sie hat mir geschrieben: Ich möchte noch zu ihrkommen; das will ich nun thun und ihr das Kränzlein undden Gruß von dem armen Kasper bringen, und die Rose, dieich heut' Nacht erhalten, das wird sie trösten. Ach, lieberSchreiber, wenn Er es nur in der Bittschrift auswirken kann:daß ihr Leib und auch der Kasper dürfen auf unsern Kirchhofgebracht werden.

Alles, Alles will ich versuchen!" rief ich aus.Gleichwill ich nach dem Schlosse laufen; mein Freund, der Ihr dieRose gab, hat die Wache dort, er soll mir den Herzog wecken.Ich will vor sein Bett knien, und ihn um Pardon für Annerlbitten."

Pardon?" sagte die Alte kalt.Es hat sie ja mit Zähnendazu gezogen; hör' Er, lieber Freund, Gerechtigkeit ist besserals Pardon; was hilft aller Pardon auf Erden, wir müssendoch Alle vor das Gericht: