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Versuchung führen." — „Aber auch keines Richters Schwerdt,"sagte Meister Franz vor sich, und hing sein Schwerdt wiederin den Schrank. Nun küßte der Bürgermeister das Annerl undgab ihm eine Semmel aus seiner Jagdtasche, und da er michgefragt, wer ich sei, wo ich her komme und wo ich hin wolle?und ich ihm den Tod meiner Base erzählt hatte, und auch denAuftrag an den Jäger Jürge, sagte er mir: „Ihr sollt ihnausrichten, ich will Euch selbst zu ihm führen. Er hat einhartes Herz, vielleicht wird ihn das Andenken einer gutenSterbenden in seinen letzten Stunden rühren." Da nahm dergute Herr mich und Annerl auf seinen Wagen, der vor derThüre hielt, und fuhr mit uns in das Städtchen hinein,
„Er hieß mich zu seiner Köchin gehn; da kriegten wirgutes Esten, und gegen Abend ging er mit mir zu dem armenSünder. Und als ich dem die letzten Worte meiner Base erzählte,fing er bitterlich an zu weinen und schrie: „Ach, Gott! wennsie mein Weib geworden, wäre es nicht so weit mit mir gekom-men." Dann begehrte er, man solle den Herrn Pfarrer dochnoch einmal zu ihm bitten, er wolle mit ihm beten. Dasversprach ihm der Bürgermeister und lobte ihn wegen seinerSinnesveränderung, und fragte ihn: ob er vor seinem Tode nocheinen Wunsch hätte, den er ihm erfüllen könne. Da sagte derJäger Jürge: „Ach, bittet hier die gute alte Mutter, daß siedoch morgen mit dem Töchterlein ihrer seligen Base bei meinemRechte zugegen sein möge, das wird mir das Herz stärken inmeiner letzten Stunde." Da bat mich der Bürgermeister, undso graulich es mir war, so konnte ich es dem armen elendenMenschen nicht abschlagen. Ich mußte ihm die Hand geben undes ihm feierlich versprechen, und er sank weinend auf das Stroh.Der Bürgermeister ging dann mit mir zu seinem Freunde, demPfarrer, dem ich nochmals Alles erzählen mußte, ehe er sichins Gefängniß begab.