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die Gerichtsstube. Der todte Kasper wurde auf einen Tischgelegt und mit seinem Uhlanenmantel bedeckt hereingetragen,und nun mußte ich Alles dem Gerichtshalter sagen, was ichvon ihm wußte und was er mir heute Morgen durch dasFenster gesagt hatte. Das schrieb er Alles auf sein Papiernieder, das vor ihm lag. Dann sah er die Schreibtafel durch,die sie bei Kasper gefunden; da standen mancherlei Rechnungendrin, einige Geschichten von der Ehre und auch die von demfranzösischen Unteroffizier, und hinter ihr war mit Bleistiftetwas geschrieben." Da gab mir die Alte die Brieftasche, und"ich las folgende letzte Worte des unglücklichen Kaspers: „Auchich kann meine Schande nicht überleben. Mein Vater und meinBruder sind Diebe, sie haben mich selbst bestohlen; mein Herzbrach mir, aber ich mußte sie gefangen nehmen und den, Gerichten übergeben, denn ich bin ein Soldat meines Fürsten,und meine Ehre erlaubt mir keine Schonung. Ich habe meinenVater und Bruder der Rache übergeben, um der Ehre willen.Ach! bitte doch Jedermann für mich, daß man mir hier, woich gefallen bin, ein ehrliches Grab neben meiner Muttervergönne. Das Kränzlein, durch welches ich mich erschossen,soll die Großmutter der schönen Annerl schicken und sie vonmir grüßen. Ach! sie thut mir leid durch Mark und Bein,aber sie soll doch den Sohn eines Diebes nicht heirathen, dennsie hat immer viel auf Ehre gehalten. Liebe, schöne Annerl,mögest du nicht so sehr erschrecken über mich, gib dich zufrieden,und wenn du mir jemals ein wenig gut warst, so rede nichtschlecht von mir. Ich kann ja nichts für meine Schande! Ichhatte mir so viele Mühe gegeben, in Ehren zu bleiben meinLeben lang, ich war schon Unteroffizier und hatte den bestenRuf bei der Schwadron, ich wäre gewiß noch einmal Offiziergeworden, und Annerl, dich hätte ich doch nicht verlassen, undhätte keine Vornehmere gefreit — aber der Sohn eines Diebes,IV. 13