Der Offizier der Runde blieb bei uns stehen und wollte ebenfragen, was wir hier so spät zu schaffen hätten, als ich denFähnrich Graf Grossinger, einen Bekannten, in ihm erkannte.Ich sagte ihm kurz den ganzen Handel, und er sagte, mit einerArt von Erschütterung: „Hier haben Sie einen Thaler für dieAlte und eine Rose," — die er in der Hand trug, — „so alteBauersleute haben Freude an Blumen. Bitten Sie die Alte,Ihnen Morgen das Lied in die Feder zu sagen, und bringenSie mir es. Ich habe lange nach dem Liede getrachtet, aberes nie ganz habhaft werden können." Hiermit schieden wir,denn der Posten der nahe gelegenen Hauptwache, bis zu welcherich ihn über den Platz begleitet hatte, rief: „Wer da!" Ersagte mir noch, daß er die Wache am Schlosse habe, ich sollteihn dort besuchen. Ich ging zu der Alten zurück, und gab ihrdie Rose und den Thaler.
Die Rose ergriff sie mit einer rührenden Heftigkeit, undbefestigte sie sich auf ihren Hut, indem sie mit einer etwasfeineren Stimme und fast weinend die Worte sprach:
„Rosen die Blumen auf meinem Hut,
Hätt' ich viel Geld, das wäre gut,
Rosen und mein Liebchen."
Ich sagte zu ihr: „Ei, Mütterchen, Ihr seid ja ganzmunter geworden." Und sie erwiederte:
„Munter, munter,
Immer bunter,
Immer runder.
Oben stund er,
Nun bergnnter,
'S ist kein Wunder!"
„Schau er, lieber Mensch, ist es nicht gut, daß ich hiersitzen geblieben? Es ist Alles einerlei, glaub' er mir. Heute sindes siebzig Jahre, da saß ich hier vor der Thür, ich war eine