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flinke Magd und sang gern alle Lieder. Da sang ich auch dasLied vom jüngsten Gericht, wie heute, da die Runde vorbeiging,und da warf mir ein Grenadier im Vorübergehen eine Rose inden Schooß, — die Blätter hab' ich noch in meiner Bibel liegen
— das war meine erste Bekanntschaft mit meinem seligen Mann.Am andern Morgen hatte ich die Rose vorgesteckt in der Kirche,und da fand er mich, und es ward bald richtig. Drum hates mich gar sehr gefreut, daß mir heute wieder eine Rose ward.Es ist ein Zeichen, daß ich zu ihm kommen soll, und darauffreu' ich mich herzlich. Vier Söhne und eine Tochter sind mirgestorben, vorgestern hat mein Enkel seinen Abschied genommen,
— Gott helfe ihm und erbarme sich seiner! — und morgenverläßt mich eine andere gute Seele, aber was sag' ich morgen,ist es nicht schon Mitternacht vorbei?"
„Es ist Zwölfe vorüber" erwiederte ich, verwundert überihre Rede.
„Gott gebe ihr Trost und Ruhe die vier Stündlein, diesie noch hat," sagte die Alte und ward still, indem sie die Händefaltete. Ich konnte nicht sprechen, so erschütterten mich ihreWorte und ihr ganzes Wesen. Da sie aber ganz stille bliebund der Thaler des Offiziers noch in ihrer Schürze lag, sagteich zu ihr: „Mutter, steckt den Thaler zu Euch, Ihr könntet ihnverlieren."
„Den wollen wir nicht weglegen, den wollen wir meinerBefreundeten schenken in ihrer letzten Noth!" erwiederte sie.„Den ersten Thaler nehm' ich morgen wieder mit nach Haus,der gehört meinem Enkel, der soll ihn genießen. Ja seht, esist immer ein herrlicher Junge gewesen, und hielt etwas aufseinen Leib und auf seine Seele — ach Gott, auf seine Seele!
— Ich habe gebetet den ganzen Weg, es ist nicht möglich, derliebe Herr läßt ihn gewiß nicht verderben. Unter allen Burschenwar er immer der reinlichste und fleißigste in der Schule, aber
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