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um und suchet, wo er sich Einen erfange. Es ist Mancherdurch solch Nachtlaufen verdorben. Wen sucht er? Den Herrn?Der ist in des Menschen Herz, so er züchtiglich lebt, und nichtauf der Gasse. Sucht Er aber den Feind, so hat Er ihn schon;gehe Er hübsch nach Haus und bete Er, daß Er ihn los werde.Gute Nacht!"
Nach diesen Worten wendete sie sich ganz ruhig nach derandern Seite, und steckte den Thaler in ihren Reisesack. Alles,was die Alte that, machte einen eigenthümlichen ernsten Eindruckauf mich, und ich sprach zu ihr: „Liebe Mutter, Ihr habt
Wohl recht, aber Ihr selbst seid es, was mich hier hält. Ichhörte Euch beten und wollte Euch ansprechen, meiner dabei zugedenken."
„Das ist schon geschehen," sagte sie. „Als ich Ihn so
durch den Lindengang wandeln sah, bat ich Gott: er mögeEuch gute Gedanken geben. Nun habe Er sie, und gehe Er
fein schlafen."
Ich aber setzte mich zu ihr nieder auf die Treppe, und
ergriff ihre dürre harte Hand und sagte: „Lasset mich hier beiEuch sitzen die Nacht hindurch, und erzählet mir, woher Ihrseid und was Ihr hier in der Stadt sucht; Ihr habt hier keineHilfe, in Eurem Alter ist man Gott näher als den Menschen;die Welt hat sich verändert, seit Ihr jung wäret." —
„Das ich nicht wüßte," erwiederte die Alte, „ich hab'S
mein Lebetag ganz einerlei gefunden. Er ist noch zu jung, daverwundert man sich über Alles; mir ist Alles schon so oftwieder vorgekommen, daß ich es nur ncch mit Freuden ansehe,weil es Gott so treulich damit meint. Aber man soll keinenguten Willen von sich weisen, wenn er Einem auch gerade nichtnoth thut, sonst möchte der liebe Freund ausbleiben, wenn erein andermal gar willkommen wäre; bleibe Er drum immersitzen, und sehe Er, was Er mir helfen kann. Ich will Ihm