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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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Da sah ich den Knaben nochmals an, konnte ihn aber nichterkennen; er hatte sein Angesicht fest in die Garbe verborgen,denn die Thränen flössen von seinen Wangen.Verena," sprachich,ist denn dies wirklich dasselbe Büblein, welches dem frommenHühnlein des Salmo die Weizenkörner entwendet und das Zauber-hühnlein der Weissagerin damit gefüttert hat?"Ach," erwie-derte Verena,warum dasselbe Büblein? Alle thun so und auchwir. Sieh in das Buch, da wirst du den Weizen finden!"O, wie soll er das alles ersetzen!" rief ich aus. Und Verenasprach:Durch unser Gebet und Almosen. O drehe den RingSalomonis, daß sein Getreide sich mehre. Horch! das Lieddes Schnitters nahet, schon fallen die Aehren über den Getreide-kasten nieder, geschwind beginne den Kranz zu flechten!" Dasah ich hinüber und sah die Sense des Schnitters durch dieHalmen greifen, und sie sanken über einen Kasten nieder, geradeso groß, wie das Büblein; er war gemacht von fünf Bretternund zwei Brettchen, und stand über einer Grube vor einem Feld-kreuz, auf dem Alektryo und Gallina schlafend saßen.

Ich machte zuerst ein Kränzlein und legte es auf den Kasten,dann aber drehte ich den Ring Salomonis gar flehentlich amFinger:

Salomo, du weiser König,

Dem die Geister unterthänig,

Bring' doch all den Weizen wieder,

Der da auf den Weg fiel niederUnd von Vögeln ward gefressen,

Und von Füßen ward zertreten.

All den Weizen ungemessen,

Den sie auf das Steinfeld säeten,

Wo, so schnell er aufgeblüht,

In der Sonne er verglüht.

Bring' zurück die Weizenkörner,

Die erstickten durch die Dörner.

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