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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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W. Nun nahet aber ein wichtiger Tag, Sonnenwende, desTäufers Tag, da die Sonn' nicht höher mag. Da hat sich auchmeine Sonne gewendet, und ist vieles anders geworden mit mir,da ich erfahren von den Kleinoden von Vadutz, die ich bisherunwissend auf den Schultern getragen, und da ich gestiftet dasKloster Lilienthal.

St. Edeltrudistag vor Sonnenwende. Heut'Mor-gen gegen drei Uhr vor Tages-Grauen ward ich aufgeweckt,und sieh, Verena stand bei meinem Bett und bemühte sich, michvon der linken auf die rechte Seite zu legen, dabei sagte sie:Das fromme Hühnlein schickt mich, es weiß Alles." Ichrichtete mich im Bett auf, ich glaubte zu träumen, ich sei nochein Kind, wo Verena so zu thun pflegte. Sie aber sprach:Gnädige Gräfin, goldene Amey, erschrick nicht. Es ist meinesBleibens nicht mehr lange hier. Du weißt, daß ich am Tagevor Sonnenwende immer mit dem frommen Hühnlein in dieHöhle gehe, wo der Vater deines Stammes den Salmo und daserste Hühnlein Gallina am Sonnenwendetage gefunden, und daßich dort einige Tage in Znrückgezogenheit während dem lärmendenJohannisfest ihrer gedenke. Dieses Jahr treibt es mich etwasfrüher hinaus, weil du heute mit Tages Anbeginn unten imGallinarium große Wäsche hast, und ich nicht von allen deinenGespielen und Mägden will angesprochen werden. Ich bringedir hier den Schlüssel zum Gallinarium und meiner Kammer;du bist die Landesherr!«, ich habe ihn von dir und muß ihn dirwiedergeben; ich bin schon alt, ich hab schon viele Hühnleinerlebet, wer weiß seinen letzten Tag. In meiner Kammer inder Truhe wirst du mein Testament finden." Ich ward ganzernsthaft über diese Reden Verena's, und bat, sie möge doch beisolchen Ahnungen nicht allein in die Salmoshöhle gehen, damitich ruhig sein könne. Sie aber erwiederte:Habe keine Sorgeum mich, ich bin zwar bereit, aber wir sehen uns auf Erde»