Es lauert bang gekauert und hat den Storch gedauert,
Er sprach: „Geschlagen hat's schon zwölf, daß Gott dir vor den
Wölfen helf'!
Der Widder kömmt gelaufen schier und rennt dich über'n Haufen
hier,
Gleich leert der Wassermann sein Faß, da kannst du werden
Pfützenaß."
So sprach er manch affabel Wort und trug das Lamm im Schnabel
fort,
Wohl über Berg und Thal geschwind, daß er ihm eine Mutter
find',
Die es znm guten Hirten führ', er flog — da pocht's an meine
Thür,
Und ich erwachte."
St. Marcellinustag. — Heut' stand ich armes Kindvon Hennegau niit den andern Kindern um eine Wiege, siefragten:
„Sag Mütterchen, wir bitten sehr,Wo kömmt das liebe Püppchen her?Das hier so artig in der WiegenGleich einem Engelein thut liegen."
Da antwortete die Mutter:
„Es ist ein liebes Schwesterlcin,
Es ist mein armes Kindelein,
Verloren vor der HimmelsthürFand eS der Storch und bracht' es mir,
Nun will ich's treulich ziehen aufDurch seinen ganzen Lebenslauf."
Die Kinder hörten die Antwort und standen voll Neugierdeum die Wiege herum, aufmerksam auf jede Bewegung der kleinenPuppe, die darin lag mit Freude glänzenden Augen. — Ach!und das Leben ist doch so schwer und ernst!
Sonntag Exaudi (Rosensonntag). — Ordenssitzung.Ich konnte nicht dabei sein, denn ich wartete heut' das Kindlein,