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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
74
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Da der Finke mnsizirt und die-Lerche tirelirt,

Da die Lilie in der Nacht träumend weint und wachend lacht,

Da manch Eichhorn hüpfet, da dem Nest entschlüpfetManches liebe Mgelein; bring' mir doch ein Schwesterlein,

Leg' es in den Garten, will sein fleißig warten,

Leg' es, wie der Osterhaas bunte Eier legt in's Gras,

Leg' mir's in mein Schürzelein, trag' ich's in mein Kämmerlein,Mir im Arm soll's liegen, will's am Herzchen wiegen,

Dann leg' ich's in Mutter Schooß, die mir's aufzieht fromm und

groß."

Ich kann nicht sagen, wie dieser Gesang mich rührte, undich meine auch den Klapperstorch, der sehr ernsthaft zuhörte, dannklapperte und wie in Geschäften fort flog, worauf auch die Kinderweiter zogen. Nun. ging ich zu des Herzens Nachbarin, beiwelcher ich am 25. April mit den Gespielen über die Wiegegesprungen. Sie war krank, es kam ihr gar ernst der Gedanke anden Tod, sie legte mir mit Thränen, was ihr theuer, an dasliebste Herz, das sie in ihrer Einfalt kennet, und ich habe. Ichverließ sie bang und schwer und wachte bis Mitternacht inSorgen. Der Vollmond stieg auf die Linde und blickte mich sosehnsüchtig an, daß er mich entschlummernd hinüberzog in dasandere Land.

Da träumte mir ein Träumelein, ich saß ganz einsam und allein,Bloß wie ein armes Seelchen fein, ein kleines Thaujnwelchen rein,Auf weiter Himmelswiesen-Flur und sucht' des Paradieses Spur;Ich zitterte durch Mark und Bein, mein Kleidchen war der Mou-

denschein,

Ich flehte znm Ermatten schier, wer gibt ein Bischen Schatten mir?Da flog ein langer Schatten her, in's Kreuz gestaltet ungefähr,That mich in meinem Schrecken ein Weilchen auch bedecken.

Es war der Storch, der Langebein, ich sah ihn in dem MondenscheinDie Wiese hin spazieren und ringsum spioniren,

Da fand er vor dem Hirtenhaus ein junges Lamm gesetzet aus;