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Wollen treu das zehnte KornUnsern Hirten bieten,
Die vor Distel und vor DornSchwache Schäflein hüten.
Schützet uns vor Hagelnoth,
Gebet Sonn' und Regen,
Bis wir tragen Wein und BrodUnserm Hirt entgegen.
Gebt, daß Alles leben kannUnd daß keiner darbe,
Selbst dem aller ärmsten MannEine feine Garbe.
Wenn wir durch die Stoppeln zichnUnd die Aehren lesen,
Danken Gott wir auf den Knie n,
Der so treu gewesen."
Ich schenkte Moskatellina ei» schönes Getreidefeld, wofür siebei Braut- und Leichenzügen ein Aehrenhuhu zn entrichten hat.
St. Nicomedestag. — Heute stand ein Storch auf demThurme meines Schlosses und klapperte. Ich hörte ein Glockchenläuten, wußt' nicht, was soll's bedeuten; da sah ich einen Zugkleiner armer Kinder vorüberführen. Sie plauderten durchein-ander, daß man sie weit in der Ferne hören konnte. Als sienun den Klapperstorch hörten, machten sie Halt vor dem Thurmund sangen zu ihm hinauf:
„Klapperstorch, LangeLein, bring' mir doch ein Schwesterlein,
Eh' die Sonn' zum Krebse geht und die Gluck am Himmel stehtMit den sieben Küchlein fein, das sind sieben Sternelein,
Wenn der Mond in voller Pracht lachet in der Mitternacht,
Wenn der Widder springt heran zu dem feuchten Wassermann,
Da die Rosen glühen und die Linden blühen,
Da die Bienlein schwärmen und die Käfer lärmen,
Da vom Fliedcrblüthcnduft ganz berauscht der Kukuk ruft,
Da der Wein im Faß sich rührt, weil er Rebenblüthe spürt.
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