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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
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meiner Jugend übte, eine sehr gcheimnißvolle Person. Mirwurde immer empfohlen, auf der rechten Seite liegend zu schlafen,und oft wurde ich Nachts aufgeweckt, und sah dann Verena anmeinem Bettchen, die mich von der linken auf die rechte Seitelegte, und dann mit dem Finger drohend sagte:Das frommeHühnlein schickt mich, es weiß Alles." Dann fragte ichgewöhnlich:Vreuchcn, was macht das Büblein?" und sieantwortete ihre ewige Antwort:Es macht sein Sach!" undkehrte ins Gallinarium zurück. Besonders aber war mir auchder Gang zu Verena feierlich, weil sie mich zu meiner erstenBuße vorbereitet Hatte, und ich mich immer bei solcher Gelegen-heit von ihr ermähnen ließ. Da nun das fromme Hühnlein vornHahne Petri abstammte, der bei dessen Schuld gekräht hatte, soglaubten wir Kinder, das Hühnchen wisse Alles, und wenn wires im Vorübergehen gacksen hörten, meinten wir, es mahneoder beschuldige uns, und so erforschten wir unser Gewissen mitgrößerem Ernst. Einigemal in meiner Jugend kam Verena sogarplötzlich zu mir, während ich in Versuchung zu irgend einemVergehen war, und immer sagte sie:Das fromme Hühnleinhat mich gesendet." Durch alles das ist sie mir selbst bis jetztin mein erwachsenes Alter eine sehr achtbare geheimnißvollePerson geblieben, und da ich heute mit meinen Gespielen zurKirche gehen wollte, um morgen das hohe Fest zu halten, soschlüpfte ich mit meiner gewöhnlichen Scheu der Wohnung desfrommen Hühnlcins vorüber die kleine Treppe zu Verena hinauf. Die fromme Seele war gar lieb und freundlich, sie war ganzwie nenbelebt und rüstig in ihrem Bereiten der Ostereier, undich half ihr nach Kräften. Dann erzählte ich ihr von den Ermah-nungen des Jacob von Guise, und wie ich entschlossen sei, amOstermontage mit meinen Gespielen einen Orden zum Besten derKinder zu stiften. Da küßte Verena mir mit Freudenthränen dieHände und sagte:Schön Dank, tausend Dank fürs frommeIV. 5