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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
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Hühnlein!" Ich aber fragte mit lächelnder Neugierde:und fürsBnblein?" Da sammelte sich Verena, ward ernsthaft undsagte wie ehedem:Das thut sein Sach!" Dann sprach ichnoch mit ihr von meinem ersten Kirchengang und auch von meinemjetzigen Gewissensznstand. Sie wiederholte mir wie gewöhnlichalle meine Hauptfehler von Kind auf und dankte Gott mit mir,wie er mich gehütet und mir Gnade gegeben, Manches zu bessern,und betete mit mir für die Zukunft. Ich kann nicht sagen, wieihr Wesen mich immer rührte. Als ich von ihr ging/ sagte sie:Gnädigste Gräfin, o, meine goldene Ameh, ich danke viel tausend-mal, daß du noch immer so redlich zu mir kömmst, dein armesHerz zu erweichen, ehe du es mit Ncnethränen vor Gott reinigest. Ja, es ist hier bei mir nicht vergebens das Waschhaus!Morgen in aller Frühe werden in Sanct Peter die Ostereiergesegnet, und dann werde ich der gnädigen Ameh das goldeneOsterei nnterthänigst überreichen." Hierauf verneigte sie sichtief und wollte den Saum meines Rockes küssen; aber ich schloßsie in die Arme und lud sie auf den Ostermontag in den Gartenzu der Ordensstiftung ein. Sie lehnte es ab und sprach:Esist besser, daß ich zurückgezogen für Euch bete." Sie gab mirdann noch mancherlei Rath in dieser Sache, und wir trenntenuns mit dem gegenseitigen Wunsch eines gesegneten Osterfestes.Sie geleitete mich bis zur Wohnung des frommen Hühnchens.Mir war Angst und bang, es möge sich rühren, auch vor demBnblein war mir bang; aber Alles war still und Verena flüsterte:Gottes Segen mit dir, goldene Ameh! Gallina mahnet nicht,du wirst Nichts auf deinem Herzen behalten." Da ging ich zurKirche, wo meine Gespielen mich erwarteten, und behielt Nichtsauf meinem Herzen. O, es war mir so leicht, so leicht, daß ichauf dem Rückweg ohne Scheu nochmals in das Gallinariumschlich, und vor das Hühnchen trat, es saß auf seiner Stange,den Kopf unter dem Flügel und rührte sich nicht. Droben