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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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erkauftem, sondern nur mit erbetteltem Weizen zur Ehre Gottesernährt werden darf, und so wandelt Jungfer Verena mit ihremlangen Korb am Arm von Haus zu Haus und bittet um Nahrungfür das fromme Hühnlein. Es ist dies aber eine mühseligeArbeit. Denn sie nimmt nirgend mehr als drei und dreißigWeizenkörncr, zu Ehren der Lebensjahre des wahren Weizenkörn-leins. Alle diese Körnlein zählet sie nach unter Gebet, und daes für die Nahrung des Hühnleins und seiner vielen Nachkommen,denn es sind sehr viele in dem Gallinarium, doch immer zu vielerWeizen ist, so theilet sie die Körnlein in drei gleiche Theile; dengeringsten zum Futter, den bessern, um ein Feld für die Armendamit zu besäen, die allerreinsten Körnlein aber läßt sie mahlenund siebt das Mehl selber, und backt selbsten die reinsten WeißestenHostien daraus für die Pfarrkirche. Gott segnet ihr Thun, undso bringt ihr Feld immer gar reichlich, und hat sie viel Armeersättiget in Hungerjahren. Es ist ein Glaube in Hennegau,wer ein Hühnlein von dieser Zucht, ja nur ein Federlein davonin seinem Stalle habe, dem gedeihen die Hühner über die Maßen.

Heute ging ich aber zu Verena, weil sie Ostereier buntfärbte, um ihr zu helfen. Sie wußte sie gar schön mit Blumen,Kreuzlein, Gotteslämmlein und dergl. zu verzieren, und hattederen eine große Menge zu bereiten für die besonderen Wohl-thäter des frommen Hühnleins. Jenes Osterei, das sie mirbesonders bereitete, werde ich erst morgen zu sehen bekommen.Alle meine Gespielen waren gestern und heute schon bei ihr zurHilfe gewesen, und zwar nacheinander, denn ihr Stübchen nebender kleinen Küche ist gar enge, und nichts darin, als links vonder Thür ein Kasten mit Schiebladen, ein Stuhl und das Bett,rechts ein Tisch, ein Stuhl und ein Spinnrad, und bei demBette noch eine Truhe und der Ofen. Man schreitet auf einerschmalen offenen Treppe wie auf einer Hühnerleiter zu ihrhinauf, und trifft dann auf die kleine arme Küche, neben welcher