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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
46
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mich auch nach dcm Rosmarin, den er mir gegeben für meineMutter, da erzählte ich ihm von der Taube und von Allem.Nach einiger Zeit aber trat die Edelfrau heraus und nahm michmit in die Hütte, da lag die Mutter ganz still, und der Vaterkniete an ihrem Bett und weinte; da ich zu ihm trat, hob ermich zur Mutter und sprach:Agnes, segne das Elslein, ehedu scheidest," und er legte der Mutter Hand auf mein Haupt.Die Mutter aber sagte:Gott segne dich, tröste den Vater, bisihr nachkommet. Elslein, ich fliege schon." Da sah sie mich mitunaussprechlicher Liebe an, und wendete dann den Blick zumHimmel. Ich sprach:Geleit' dich Gott, lieb Mutter," undweinte laut. Da trug mich die Edelfrau hinaus zu ihremSöhnlein, dem erzählte ich Alles, und da ein Paar Taubenhinüber zur Laurenburg flogen, streckten wir Beide kindisch dieHände aus und riefen:Da fliegen sie, da fliegen sie, geleit'dich Gott, liebe Herzmutter!"

Hernach nahm mich die Edelfrau mit nach der Laurenburg,und ich blieb bis zum andern Tage dort, da die Mutter schonim Kloster Ärmstem begraben war. Der alte Knecht aber warbei meinem Vater geblieben, und war mein Vater einen ganzenTag in Kloster Ärmstem gewesen, des Trostes der geistlichenHerren zu genießen. Die Edelfrau ist auch mit zu Grabegewesen, und da sie nach der Laurenburg kehrte, brachte sieihren Herrn, den Ritter von der Laurenburg, und den älternSohn Johann, mit welchem der alte Laurenburger bei dem Grafenzu Nassau gewesen, der des Johann Taufpathe war, und hattedie Laurenburgerin ihnen auf der Heimkehr begegnet. Der Ritterwar mir freundlich und gab mir Wecken von des Grafen vonNassau Tisch, und da seine Hausfrau ihm den frommen Todmeiner Mutter erzählet, war er sehr mitleidig mit meinem Vaterund sprach:Der Graf Johann hat noch heute zu Tisch vondem frommen Falkenmeister gesprochen, und vor allen seinenDienern sein in Ehren gedacht, ich habe ihm auch versprechen