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Wohlan, es zielt des Todes Pfeil,Er wird mich nicht verderben,
Zu deinen Wunden, Herr, ich eil',Da werd' ich's Leben erben."
Da ich der Mutter das Lied hergesagt, war sie leise wiedereingeschlummert. Der Tag brach an, und ich nahm ein Zweig-lein von dem Nosmarinstock, der bei ihrem Lager stand, undgab es ihr zu dem Kreuz in ihre gefalteten Hände. Da flogauch die Turteltaube, welche Lei unserem Hause nistete, an dasFenster, und pickte daran und rief: „Nncknck." Sie that es
sonst alle Morgen-, denn ich streute ihr Futter dahin, aber heutehatte ich nicht den Muth, und gedachte: „Ach! da kommt dieTaube schon, welche die Mutter mitnehmen will, aber ich soll
ihr den Abschied nicht schwer machen." So stand ich leise, leisevon der Seite der Mutter auf, und ging hinaus, und kniete andem Büchlein in das Gras und betete für sie. Da hörte ich ein
Glöcklein im Wald und sah bald meinen Vater kommen, der
trug eine Leuchte, und zwei Ordensherren gingen mit ihm, derenEiner trug das Hochwürdige Gut, und der Andere das heiligeOel, und ihnen folgten einige fromme Männer und Frauen, diestille beteten. Da lief ich meinem Vater entgegen und sprach :„Herzvatcr, die Himmelstaube ist schon da, welche die Mutterabholen will, wir dürfen aber nicht gleich mit, ich habe es ihrversprochen, bei dir zu bleiben und dich zu trösten, bis wir nach-kommen in die Herrlichkeit." Mein Vater verstand mich Wohlund trat mit dem Geistlichen in die Hütte, ich aber bliebdraußen und betete mit den Begleitern. Hernach kam die Edel-frau von der Laurenburg mit ihrem Söhnlein, dem Junker Jörg,über die Lahn zur Hirzentreu, wie sie den Abend vorher mirversprochen, und derselbe alte Diener war wieder bei ihr. DieEdelfrau ging zu meiner Mutter hinein, der Junker aber bliebbei mir, und wir spielten im Gras an der Quelle; er fragte